Erneuert durch sein Wort

Esra 1

1 Im ersten Regierungsjahr von Kyrus, dem König von Persien, ging in Erfüllung, was der HERR durch den Propheten Jeremia angekündigt hatte. Der HERR gab dem Perserkönig den Gedanken ein, in seinem ganzen Reich ausrufen und auch schriftlich bekannt machen zu lassen:
2 »Kyrus, der König von Persien, gibt bekannt: Der HERR, der Gott des Himmels, hat alle Königreiche der Erde in meine Gewalt gegeben. Er hat mich beauftragt, ihm in Jerusalem in Judäa einen Tempel zu bauen. Hiermit ordne ich an:
3 Wer von meinen Untertanen zum Volk dieses Gottes gehört, möge im Schutz seines Gottes nach Jerusalem in Judäa zurückkehren und dort das Haus des HERRN, des Gottes Israels, bauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt.
4 Wer an irgendeinem Ort in meinem Reich vom Volk dieses Gottes übrig geblieben ist, soll dabei von seinen Nachbarn am Ort unterstützt werden. Sie sollen ihm Silber und Gold, Vieh und was er sonst noch braucht, sowie freiwillige Gaben für das Haus dieses Gottes in Jerusalem mitgeben.«
5 Alle, die Gott dazu bereitgemacht hatte, sein Haus in Jerusalem zu bauen, brachen unverzüglich auf: die Sippenoberhäupter der Stämme Juda und Benjamin mit ihren Angehörigen, die Priester, die Leviten und viele andere.
6 Von ihren Nachbarn wurden sie unterstützt mit silbernen Geräten, Gold, Vieh und vielen anderen wertvollen und nützlichen Dingen; dazu kamen noch die freiwilligen Gaben für den Tempel.
7 König Kyrus gab auch die heiligen Geräte aus dem Tempel des HERRN zurück, die Nebukadnezzar in Jerusalem erbeutet und in die Schatzkammer im Tempel seines Gottes gebracht hatte.
8 Der Perserkönig übergab sie seinem Schatzmeister Mitredat, der für Scheschbazzar, den Statthalter Judas, eine genaue Aufstellung machte.
9-10 Das Verzeichnis erwähnt unter anderem:
goldene Schalen: 30 silberne Schalen: 1000 silberne Schalen, ausgebessert: 29 goldene Becher: 30 silberne Becher, beschädigt: 410 andere Geräte: 1000
11 Insgesamt waren es 5400 Geräte aus Gold und Silber. Scheschbazzar brachte das alles mit, als er mit seinen verschleppten Landsleuten aus Babylon wieder nach Jerusalem kam.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

Jubiläum: Ein Jahr gute Nachrichten per E-Mail

San Antonio in Texas, USA - Foto: Ken Kinder

San Antonio in Texas, USA – Foto: Ken Kinder

Auf den Tag genau vor einem Jahr startete der Verein staonline die deutsche Ausgabe des weltweiten Bibelleseprojekts „Erneuert durch sein” Wort („Revived by His Word“). In kürzester Zeit entwickelte sich der Bibelleseplan zu einer festen Größe in der christlichen Internetszene.

Am 17. April 2012 wurde mit der Aussendung des 1. Kapitels aus Genesis der sprichwörtliche Schalter umgelegt und eine bisher nie da gewesene internationale Community von Bibellesern ging ans Netz.

Erneuertdurchseinwort.de, das mittlerweile viele Menschen für ein strukturiertes Bibelstudium favorisieren, feiert heute sein einjähriges Jubiläum.

Das Angebot zeichnet sich durch sein einfaches und schlankes Konzept aus. Mit nur 1 Klick können sich Interessenten auf der Anmeldeseite für den kostenlosen Empfang der täglich ausgesandten Bibelartikel registrieren. Die Texte werden jeden Morgen als Volltext zugesandt und bei Interesse von den Teilnehmern auf der Homepage diskutiert. Ein Team von Moderatoren und Bibelcoaches kümmert sich um persönliche Verständnisfragen zur Bibel.

„Selbst langjährige Kenner der Bibel sind von der Initiative begeistert,“ verrät Martin Haase, einer der drei Projektleiter. „Dies bestätigen uns die vielen positiven Rückmeldungen, die wir per E-Mail oder auf anderen Plattformen im Internet erhalten.“

Der leicht verständliche Text ist der revidierten Fassung der Gute Nachricht Bibel aus dem Jahr 2000 entommen, den die Deutsche Bibelgesellschaft für den Aktionszeitraum zur Verfügung stellt.

Im Juli 2015 findet das Projekt mit einer öffentlichen Lesung aus der Apokalypse im Alamodome in San Antonio, Texas, seinen Abschluss. Wer jetzt noch mitlesen will, kann sich unter den folgenden Links anmelden:

  • Deutsch: www.erneuertdurchseinwort.de
    oder
  • Englisch: www.revivedbyhisword.org
  • Spanisch: www.revivedbyhisword.org/es
  • Tschechisch: www.studiumpisma.org

2. Könige 25

1 Da erschien Nebukadnezzar im neunten Regierungsjahr Zidkijas mit allen seinen Truppen vor Jerusalem. Rings um die Stadt ließ er einen Belagerungswall aufschütten. Am 10. Tag des 10. Monats begann die Belagerung
2 und sie dauerte bis ins elfte Regierungsjahr Zidkijas.
3 Zuletzt waren die Nahrungsmittel in der Stadt völlig aufgebraucht.
Am 9. Tag des 4. Monats im elften Regierungsjahr Zidkijas
4 schlugen die Babylonier eine Bresche in die Stadtmauer. Im Schutz der Dunkelheit gelang es König Zidkija und seinen Kriegsleuten, durch den Torweg zwischen den beiden Mauern am königlichen Garten die Stadt zu verlassen und den Belagerungsring zu durchbrechen. Sie flohen in östlicher Richtung zur Jordanebene.

5 Sofort nahmen babylonische Truppen die Verfolgung auf und holten Zidkija in der Ebene bei Jericho ein. Von seinen Kriegsleuten im Stich gelassen,
6 wurde er gefangen genommen und nach Ribla vor den König von Babylonien gebracht. Nebukadnezzar selbst sprach ihm das Urteil.
7 Zidkija musste mit ansehen, wie seine Söhne abgeschlachtet wurden; dann stach man ihm die Augen aus und brachte ihn, mit Ketten gefesselt, nach Babylon.

8 Im 19. Regierungsjahr Nebukadnezzars, am 7. Tag des 5. Monats, traf Nebusaradan, der Befehlshaber der königlichen Leibwache, einer der engsten Vertrauten des Babylonierkönigs, in Jerusalem ein.
9 Er ließ den Tempel des HERRN, den Königspalast und alle vornehmen Häuser Jerusalems niederbrennen. Auch alle anderen Häuser gingen in Flammen auf.
10 Seine Truppen rissen die Mauern der Stadt ringsum nieder.

11 Nebusaradan ließ die restliche Stadtbevölkerung und alle, die zu den Babyloniern übergelaufen waren, gefangen wegführen.
12 Nur aus der ärmsten Schicht der Landbevölkerung ließ er eine Anzahl zurück, damit sie die Weinberge und Äcker bestellten.

13 Die Babylonier zertrümmerten die bronzenen Säulen, die vor dem Tempel des HERRN aufgestellt waren, ebenso die Kesselwagen und das große Bronzebecken, und schafften das ganze Metall nach Babylon.
14 Sie nahmen die Töpfe und Schaufeln und Messer und Pfannen mit, alle Bronzegeräte, die für den Tempeldienst gebraucht worden waren.
15 Auch die Feuerbecken und Schalen, überhaupt alle goldenen und silbernen Geräte nahm Nebusaradan mit.

16 Für die beiden Säulen, das große Becken und die Kesselwagen hatte König Salomo eine ungeheure Menge Bronze verarbeitet.
17 Die beiden Säulen waren neun Meter hoch; jede trug ein bronzenes Kapitell von eineinhalb Meter Höhe. Die Kapitelle waren ringsum mit Bandgeflecht und Granatäpfeln aus Bronze verziert.

18 Nebusaradan, der Befehlshaber der Leibwache, ließ den Oberpriester Seraja, seinen Stellvertreter Zefanja und die drei Torhüter festnehmen.
19 In der Stadt fanden sich außerdem noch ein hoher Offizier, fünf Männer aus der nächsten Umgebung des Königs, der Beamte, der für die Musterung des Heeres verantwortlich war, und sechzig wichtige Männer aus dem Gebiet von Juda. Auch sie ließ Nebusaradan verhaften
20 und brachte sie zum König von Babylonien nach Ribla in der Provinz Hamat.
21 Dort ließ Nebukadnezzar sie hinrichten.
So wurde das Volk von Juda aus seinem Land in die Verbannung geführt.

22 Über den Rest der Bevölkerung, der im Land Juda zurückgeblieben war, setzte Nebukadnezzar Gedalja, den Sohn Ahikams und Enkel Schafans, als Statthalter ein.
23 Als die Truppenführer aus Juda, die den Babyloniern nicht in die Hände gefallen waren, davon hörten, kamen sie alle mit ihren Männern zu Gedalja nach Mizpa. Es waren Jischmaël, der Sohn von Netanja, Johanan, der Sohn von Kareach, Seraja, der Sohn von Tanhumet aus Netofa, und Jaasanja aus Maacha.

24 Gedalja sagte zu ihnen und ihren Männern: »Ich gebe euch mein Wort: Ihr braucht keine Angst vor den Babyloniern zu haben. Bleibt im Land und unterwerft euch dem König von Babylonien, dann wird euch nichts geschehen!«

25 Aber im siebten Monat jenes Jahres kam Jischmaël, der Sohn von Netanja und Enkel von Elischama aus der königlichen Familie, mit zehn Männern nach Mizpa. Sie töteten Gedalja und alle Judäer und Babylonier, die bei ihm waren.
26 Aus Angst vor der Rache der Babylonier flüchtete die ganze Bevölkerung, vornehme wie einfache Leute, zusammen mit den Truppenführern nach Ägypten.
27 Als Ewil-Merodach König von Babylonien wurde, begnadigte er noch im selben Jahr König Jojachin von Juda und holte ihn aus dem Gefängnis. Das geschah im 37. Jahr der Gefangenschaft Jojachins, am 27. Tag des 12. Monats.
28 Der neue König behandelte Jojachin freundlich und gab ihm eine Ehrenstellung unter den fremden Königen, die genau wie Jojachin nach Babylon gebracht worden waren.
29 Jojachin durfte seine Gefängniskleidung ablegen und zeitlebens an der königlichen Tafel speisen.
30 Auf Anordnung des babylonischen Königs wurde ihm bis zu seinem Tod täglich alles geliefert, was er zu seinem Unterhalt brauchte.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Könige 24

1 Während seiner Regierungszeit zog Nebukadnezzar, der König von Babylonien, mit einem Heer heran und Jojakim unterwarf sich ihm. Doch nach drei Jahren lehnte er sich gegen ihn auf.
2 Der HERR aber schickte umherstreifende Truppen der Chaldäer, der Syrer, der Moabiter und der Ammoniter gegen Jojakim. Sie fielen in Juda ein und verwüsteten es, genau wie der HERR es durch seine Diener, die Propheten, angekündigt hatte.
3 Dies alles kam über Juda auf ausdrücklichen Befehl des HERRN, denn er wollte sich die Leute von Juda aus den Augen schaffen. Der Grund dafür war, dass Manasse ihn durch seinen Götzendienst beleidigt
4 und darüber hinaus in Jerusalem viele unschuldige Menschen getötet hatte. Der HERR war entschlossen, diese Schuld nicht zu vergeben.

5 Was es sonst noch über Jojakim und seine Taten zu berichten gibt, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen.
6 Als er starb, wurde sein Sohn Jojachin sein Nachfolger.

7 Zu dieser Zeit wagte sich der König von Ägypten schon nicht mehr aus seinem Land heraus, denn alle Gebiete vom Eufrat bis zur ägyptischen Grenze, die früher zu seinem Machtbereich gehört hatten, waren inzwischen fest in der Hand des Königs von Babylonien.

8 Jojachin war 18 Jahre alt, als er König wurde, und regierte nur drei Monate lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Nehuschta; sie war eine Tochter Elnatans und stammte aus Jerusalem.
9 Jojachin tat, was dem HERRN missfällt, genau wie sein Vater Jojakim.

10 Kurz nach seinem Regierungsantritt zog das Heer Nebukadnezzars, des Königs von Babylonien, vor die Stadt Jerusalem und belagerte sie.
11 Als die Belagerung in vollem Gange war, erschien Nebukadnezzar selbst vor der Stadt.
12 Da ergab sich Jojachin und ging zusammen mit seiner Mutter und mit all seinen Beamten, Offizieren und Hofleuten hinaus vor die Stadt zu König Nebukadnezzar. Es war das achte Regierungsjahr Nebukadnezzars, als Jojachin sein Gefangener wurde.
13 Alle Schätze, die sich im Tempel des HERRN und im Königspalast befanden, ließ der Babylonierkönig wegschleppen. Wie der HERR es angedroht hatte, ließ Nebukadnezzar auch alle goldenen Geräte zerschlagen, die Salomo für den Tempel hatte anfertigen lassen.
14 Aus Jerusalem führte er alle maßgeblichen und wohlhabenden Leute in die Verbannung, insgesamt 10000 Mann, dazu alle erfahrenen Handwerker, insbesondere die Bau- und Metallhandwerker. Nur die ärmere Bevölkerungsschicht blieb zurück.
15 Auch König Jojachin, seine Mutter und seine Frauen, seine Hofleute und alle führenden Männer von Juda ließ Nebukadnezzar von Jerusalem nach Babylonien in die Verbannung wegführen,
16 dazu 7000 wohlhabende Männer und 1000 erfahrene Handwerker, insbesondere Bau- und Metallhandwerker; er nahm alle mit, die mit Waffen umgehen konnten.
17 Anstelle Jojachins setzte er dessen Onkel Mattanja als König ein und gab ihm den Namen Zidkija.
18 Zidkija war 21 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte elf Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal; sie war eine Tochter von Jirmeja und stammte aus Libna.
19 Zidkija tat, was dem HERRN missfällt, genau wie sein Bruder Jojakim.

20a Nun aber war das Maß voll. Der HERR war so zornig über die Bewohner Jerusalems und Judas, dass er sie aus seinen Augen wegschaffen ließ. 20b Zidkija lehnte sich gegen Nebukadnezzar, den König von Babylonien, auf.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Könige 23

1 Darauf ließ der König alle Ältesten von Juda und Jerusalem zu sich rufen.
2 Mit allen Männern von Juda und der ganzen Bevölkerung Jerusalems, den Priestern und Propheten und dem ganzen Volk, den vornehmen wie den einfachen Leuten, ging er hinauf zum Tempel des HERRN. Dort ließ er vor ihnen das ganze Bundesgesetz verlesen, das sich im Tempel gefunden hatte.
3 Dann trat der König an seinen Platz vor dem Tempel und schloss einen Bund mit dem HERRN. Das ganze Volk musste versprechen, dem HERRN zu gehorchen und alle seine Gebote und Anweisungen mit ganzem Willen und aller Kraft zu befolgen. Alles, was in dem aufgefundenen Buch gefordert war, sollte genau befolgt werden.
Das ganze Volk stimmte zu und verpflichtete sich zum Gehorsam gegen das Gesetz des HERRN.
4 Nun befahl der König dem Obersten Priester Hilkija sowie seinen Stellvertretern und den Torhütern, den Tempel des HERRN von den Spuren des Götzendienstes zu säubern. Er ließ alle Geräte und Einrichtungen, die für den Gott Baal, die Göttin Aschera und das ganze Heer der Sterne bestimmt waren, aus der Stadt bringen und im Kidrontal verbrennen. Die Asche ließ er nach Bet-El schaffen.
5 Er setzte die Götzenpriester ab, die von den Königen Judas eingesetzt worden waren, um an den Opferstätten in den Städten von Juda und in der Umgebung Jerusalems Opfer darzubringen. Er entließ auch alle Priester, die dem Baal, der Sonne, dem Mond, den Sternen des Tierkreises und dem ganzen übrigen Sternenheer geopfert hatten.
6 Er entfernte das Götzenbild der Aschera aus dem Tempel des HERRN und ließ es ebenfalls im Kidrontal verbrennen. Die Überreste ließ er zu Staub zerstoßen und zusammen mit der Asche auf den Gräbern des Armenfriedhofs ausstreuen.
7 Außerdem ließ er die Häuser der geweihten Frauen abreißen, die im Tempelbezirk gestanden hatten. Dort hatten die Frauen Gewänder für die Göttin Aschera gewebt.
8 Auch die Altäre vor dem Tor des Stadtkommandanten Joschua ließ er niederreißen. Sie hatten, vom Torinneren aus gesehen, auf der linken Seite gestanden.
Im ganzen Land Juda, von Geba bis Beerscheba, entweihte er die Opferstätten und holte aus allen Städten die Priester nach Jerusalem.
9 Sie erhielten ihren Anteil an den ungesäuerten Broten, die den Jerusalemer Priestern zustehen; aber sie durften am Altar des HERRN keinen Opferdienst tun.

10 Joschija entweihte auch die Opferstätte Tofet im Hinnom-Tal, damit dort niemand mehr seinen Sohn oder seine Tochter als Opfer für den Götzen Moloch verbrennen konnte.
11 Weiter ließ er die Pferdestandbilder beseitigen, die die Könige von Juda zu Ehren des Sonnengottes aufgestellt hatten. Sie standen auf dem Parwar-Platz am Eingang zum Tempel, nahe bei den Diensträumen des Hofbeamten Netan-Melech. Die dazugehörigen Wagen wurden verbrannt.
12 Der König ließ auch die Altäre abbrechen, die die Könige von Juda in ihrem Palast auf dem Dach des von Ahas erbauten Obergeschosses errichtet hatten, und ebenso die Altäre, die Manasse in den beiden Vorhöfen des Tempels aufgestellt hatte. Er zertrümmerte sie völlig und ließ den Schutt ins Kidrontal werfen.
13 Er entweihte die Götzenaltäre im Osten von Jerusalem, südlich vom Berg der Vernichtung. König Salomo hatte sie einst für die phönizische Göttin Astarte, den moabitischen Gott Kemosch und den ammonitischen Götzen Milkom bauen lassen.
14 Joschija ließ auch die Steinmale zerschlagen und die geweihten Pfähle umhauen. Überall, wo sie gestanden hatten, bedeckte er die Erde mit Totengebeinen.

15 Dann ließ Joschija die Opferstätte in Bet-El zerstören. Der Tempel wurde in Brand gesteckt, der Altar zu Staub zermalmt und auch der geweihte Pfahl verbrannt. Jerobeam, der Sohn Nebats, hatte diese Opferstätte erbauen lassen und die Leute im Reich Israel dadurch zum Götzendienst verführt.
16 Vor der Zerstörung hatte Joschija den Altar entweiht. Er hatte gesehen, dass am Berg Gräber lagen. Er ließ die Totengebeine einsammeln und auf dem Altar verbrennen. Genau das hatte der HERR durch einen Propheten ankündigen lassen, als Jerobeam bei der Einweihung des Heiligtums am Altar stand.
Auf die Grabstätte eben dieses Propheten fiel der Blick des Königs.
17 »Was ist das für ein Grabmal, das ich dort sehe?«, fragte er die Bewohner der Stadt. Sie antworteten ihm: »Das ist das Grab des Propheten, der aus Juda hierher kam und alles voraussagte, was du jetzt mit diesem Altar getan hast.«
18 Da befahl Joschija: »Lasst ihm seine Ruhe! Keiner soll sich an seinen Gebeinen vergreifen!« So blieben seine Gebeine an ihrem Platz, und ebenso die Gebeine des anderen Propheten, der aus Samaria stammte.

19 Wie mit Bet-El, so verfuhr Joschija auch mit den Tempeln in den Städten Samariens. Die Könige von Israel hatten sie bauen lassen und damit den Zorn des HERRN herausgefordert. Joschija zerstörte sie
20 und ließ ihre Priester auf den Altären abschlachten; außerdem verbrannte er Totengebeine auf den Altären. Darauf kehrte er nach Jerusalem zurück.

21 Dann befahl König Joschija dem ganzen Volk: »Feiert jetzt das Passafest für den HERRN, euren Gott! Haltet es genau nach den Vorschriften, die in dem Buch stehen, auf das ihr euch vor dem HERRN verpflichtet habt!«
22 Weder in der Zeit, als Richter die Israeliten angeführt hatten, noch unter der Herrschaft der Könige Israels und Judas war das Passafest in dieser Form gefeiert worden.
23 Aber jetzt, im 18. Regierungsjahr des Königs Joschija, feierte das ganze Volk dieses Fest, so wie das Gesetz es verlangt, in der Stadt Jerusalem.

24 Nach den Vorschriften des Gesetzbuches, das der Priester Hilkija im Tempel des HERRN gefunden hatte, vertrieb Joschija die Totenbeschwörer und Wahrsager und ließ die Hausgötter und alle Arten von Götzenbildern in Juda und Jerusalem wegschaffen.
25 Mit ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit aller Kraft wandte er sich dem HERRN zu und richtete sich streng nach dem Gesetz Moses. Er übertraf darin alle anderen Könige vor und nach ihm.
26 Aber Joschija konnte den Zorn des HERRN über Juda nicht besänftigen, so sehr hatte Manasse den HERRN beleidigt durch all das, was er getan hatte.
27 Der HERR blieb bei seinem Entschluss: »Genau wie die Leute von Israel lasse ich auch die Leute von Juda aus ihrem Land verschleppen, damit ich sie nicht mehr vor Augen haben muss. Mit der Stadt, die ich erwählt habe, mit Jerusalem, will ich nichts mehr zu tun haben und genauso wenig mit dem Tempel, von dem ich einst sagte: ‘Hier soll mein Name wohnen.’«
28 Was es sonst noch über Joschija und seine Taten zu berichten gibt, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen.

29 In der Regierungszeit von Joschija zog Pharao Necho, der König von Ägypten, mit seinem Heer zum Eufrat, um dem König von Assyrien Hilfe zu leisten. Bei Megiddo suchte Joschija ihn aufzuhalten. Doch gleich zu Beginn des Kampfes fand er den Tod.
30 Seine Leute brachten den toten König auf einem Wagen von Megiddo nach Jerusalem und bestatteten ihn dort in der vorbereiteten Grabstätte. Die Männer von Juda riefen Joahas, einen der Söhne von Joschija, zu seinem Nachfolger aus und salbten ihn.
31 Joahas war 23 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte nur drei Monate lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal; sie war eine Tochter von Jirmeja und stammte aus Libna.
32 Er tat, was dem HERRN missfällt, genau wie seine Vorfahren.

33 Der Pharao Necho setzte ihn ab und hielt ihn in Ribla in der Provinz Hamat gefangen. Das Land musste an den Pharao 100 Zentner Silber und einen Zentner Gold als Tribut bezahlen.
34 Für Joahas setzte der Pharao Eljakim, einen anderen Sohn von Joschija, als Nachfolger seines Vaters zum König ein und änderte seinen Namen in Jojakim. Joahas nahm er mit nach Ägypten, wo er später starb.

35 Um dem Pharao die verlangte Summe abliefern zu können, sah Jojakim sich gezwungen, von der Bevölkerung eine Abgabe zu erheben. Von jedem Einwohner forderte er einen Betrag, der sich nach der Größe seines Besitzes richtete.
36 Jojakim war 25 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte elf Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Sebuda; sie war eine Tochter von Pedaja und stammte aus Ruma.
37 Genau wie seine Vorfahren tat Jojakim, was dem HERRN missfällt.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Könige 22

1 Joschija war erst acht Jahre alt, als er König wurde, und er regierte 31 Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Jedida, sie war eine Tochter von Adaja aus Bozkat.

2 Joschija folgte dem Vorbild seines Ahnherrn David. Er tat, was dem HERRN gefällt, und richtete sich streng nach dessen Geboten und Weisungen.

3 In seinem 18. Regierungsjahr schickte König Joschija den Staatsschreiber Schafan, den Sohn von Azalja und Enkel von Meschullam, mit folgendem Auftrag in den Tempel:
4 »Geh zum Obersten Priester Hilkija und lass ihn feststellen, wie viel Geld bisher zum Tempel gebracht und von den Torhütern eingesammelt worden ist.
5-6 Dann soll der Priester es den Meistern aushändigen, die für die Ausbesserungsarbeiten am Tempel verantwortlich sind. Sie sollen davon den Lohn der Zimmerleute, Bauarbeiter und Maurer bezahlen und das nötige Baumaterial, Holz und Bruchsteine, beschaffen.
7 Er soll von den Verantwortlichen keinen Nachweis über die Verwendung des Geldes verlangen, sondern ihnen vertrauen, dass sie ehrlich damit umgehen.«

8 Als der Staatsschreiber seinen Auftrag ausgerichtet hatte, sagte der Oberste Priester zu ihm: »Ich habe im Tempel das Gesetzbuch des HERRN gefunden!«
Der Staatsschreiber nahm die Buchrolle und las sie.
9 Dann ging er zum König und meldete: »Deine Diener, die Priester, haben den Opferkasten im Tempel geleert und das Geld den Meistern ausgehändigt, die für die Ausbesserungsarbeiten verantwortlich sind.«
10 Er berichtete dem König auch, dass der Priester Hilkija ihm eine Buchrolle übergeben hatte, und las sie dem König vor.

11 Als der König hörte, was in diesem Gesetzbuch stand, zerriss er sein Gewand.
12 Er stellte eine Abordnung zusammen: Hilkija, den Obersten Priester, Ahikam, den Sohn von Schafan, Achbor, den Sohn von Micha, sowie den Staatsschreiber Schafan und den königlichen Vertrauten Asaja. Er befahl ihnen:
13 »Geht und fragt den HERRN um Rat wegen der Worte, die in diesem Buch stehen! Fragt ihn für mich, für das Volk und für ganz Juda. Denn wir haben den schweren Zorn des HERRN auf uns gezogen, weil unsere Vorfahren die Anordnungen nicht befolgt haben, die in diesem Buch stehen.«

14 Die fünf Männer gingen miteinander zu der Prophetin Hulda und trugen ihr die Frage vor. Die Prophetin wohnte in der Jerusalemer Neustadt; ihr Mann Schallum, der Sohn von Tikwa und Enkel von Hasra, hatte die Aufsicht über die Kleiderkammer.
15-16 Die Prophetin sagte zu den Abgesandten des Königs:
»Antwortet dem Mann, der euch zu mir gesandt hat: ‘So spricht der HERR, der Gott Israels: Alle Drohungen, die du in diesem Buch gelesen hast, lasse ich in Erfüllung gehen. Ich bringe Unglück über diese Stadt und ihre Bewohner.
17 Sie haben mir die Treue gebrochen und anderen Göttern geopfert. Mit ihren selbst gemachten Götzenbildern haben sie mich herausgefordert. Mein Zorn gegen diese Stadt ist aufgelodert wie ein Feuer, das nicht erlöscht!’

18 Für den König selbst aber, der euch hergeschickt hat, um den HERRN zu fragen, habe ich folgende Botschaft: ‘So spricht der HERR, der Gott Israels: Du hast die Worte gehört,
19 die ich gegen diese Stadt und ihre Bewohner gesprochen habe: Es soll ihnen so ergehen, dass alle Völker das Entsetzen packt; wer einem andern Böses wünschen will, wird sagen: Es ergehe dir wie Jerusalem! Aber du hast es dir zu Herzen genommen und dich meinem Urteil gebeugt, du hast dein Gewand zerrissen und vor mir geweint; deshalb habe ich auch dein Gebet erhört.
20a Du wirst das Unglück, das ich über diese Stadt bringen werde, nicht mehr mit eigenen Augen sehen. Ich lasse dich in Frieden sterben und du wirst in der Grabstätte deiner Vorfahren bestattet werden.’« 20b Die Abgesandten gingen zum König zurück und richteten ihm alles aus.

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2. Könige 21

1 Manasse war zwölf Jahre alt, als er König wurde, und regierte 55 Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Hefzi-Bah.

2 Manasse tat, was dem HERRN missfällt, und folgte den abscheulichen Bräuchen der Völker, die der HERR vor den Israeliten vertrieben hatte.
3 Er baute die Opferstätten wieder auf, die sein Vater Hiskija zerstört hatte, errichtete Altäre für den Gott Baal und ließ ein Bild der Göttin Aschera anfertigen, genau wie König Ahab von Israel es getan hatte. Er warf sich auch vor dem Heer der Sterne am Himmel nieder und brachte ihm Opfer.
4 Im Tempel von Jerusalem, den der HERR zur Wohnstätte seines Namens bestimmt hatte, stellte er Altäre fremder Götter auf
5 und in den Vorhöfen des Tempels Altäre für das ganze Sternenheer.
6 Er verbrannte einen seiner Söhne als Opfer, gab sich mit Zauberern und Wahrsagern ab und hielt sich Totenbeschwörer und Zeichendeuter. Mit all diesem bösen Tun zog er den Zorn des HERRN auf sich.
7 Er stellte das Bild der Göttin Aschera in dem Tempel auf, von dem der HERR zu David und seinem Sohn Salomo gesagt hatte: »In diesem Haus und in Jerusalem, das ich mir aus allen Stämmen Israels ausgesucht habe, soll mein Name für alle Zeiten Wohnung nehmen.
8 Wenn sie mir gehorchen und alle Gebote befolgen, die Mose, mein Diener und Bevollmächtigter, ihnen verkündet hat, werde ich nicht zulassen, dass sie jemals aus dem Land vertrieben werden, das ich ihren Vätern gegeben habe.«

9 Aber die Leute von Juda hörten nicht auf den HERRN und ließen sich von Manasse zum Götzendienst verführen. Sie trieben es noch schlimmer als die Völker, die der HERR vor den Israeliten ausgerottet hatte.

10 Da ließ der HERR durch seine Diener, die Propheten, verkünden:
11 »König Manasse hat noch schlimmeren Götzendienst getrieben als die Amoriter, die früher in diesem Land gewohnt haben, und er hat auch die Leute von Juda zum Götzendienst verführt.
12 Darum sagt der HERR, der Gott Israels: ‘Ich werde schweres Unglück über Jerusalem und über ganz Juda bringen. Jedem, der davon hört, werden die Ohren wehtun.
13 Jerusalem wird mit demselben Maß gemessen wie Samaria und sein Königshaus mit demselben Maß wie die Familie von König Ahab. Ich wische die Einwohner Jerusalems hinweg; die Stadt wird so leer sein wie eine Schüssel, die man auswischt und umstülpt.
14 Auch Juda und Jerusalem, die von meinem erwählten Volk noch übrig geblieben sind, will ich verstoßen. Ich gebe sie in die Hand ihrer Feinde, die das Land ausplündern und seine Bewohner wegführen werden.
15 Denn sie haben getan, was mir missfällt, und meinen Zorn herausgefordert, von dem Tag, an dem ihre Vorfahren aus Ägypten gezogen sind, bis heute.’«

16 Auch viele unschuldige Menschen hatte Manasse umbringen lassen; in Jerusalem waren Ströme von Blut geflossen. Das kam noch hinzu zu dem Götzendienst, zu dem er auch die Leute von Juda verführt hatte, sodass sie nach seinem Beispiel taten, was dem HERRN missfällt.

17 Was es sonst noch über Manasse und seine Taten zu berichten gibt, auch über den Götzendienst, den er trieb, das ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen.
18 Als Manasse starb, wurde er im Garten seines Palastes – der Garten hatte früher einmal Usa gehört – bestattet. Sein Sohn Amon wurde sein Nachfolger.

19 Amon war 22 Jahre alt, als er König wurde, und er regierte zwei Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Meschullemet und war eine Tochter von Haruz aus Jotba.

20 Er tat, was dem HERRN missfällt, genau wie sein Vater Manasse.
21 In allem folgte er dessen Beispiel. Wie schon sein Vater opferte er den Götzenbildern und warf sich vor ihnen nieder.
22 Vom HERRN aber, dem Gott seiner Vorfahren, wandte er sich ab und kümmerte sich nicht um seine Gebote.

23 Einige Hofbeamte Amons verschworen sich gegen ihn und töteten ihn in seinem Palast.
24 Die Männer von Juda aber brachten alle um, die sich an der Verschwörung beteiligt hatten, und riefen seinen Sohn Joschija zu seinem Nachfolger aus.

25 Was es sonst noch über Amon und seine Taten zu berichten gibt, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen.

26 Bestattet wurde er in der Grabanlage in dem Garten, der früher einmal Usa gehört hatte. Sein Sohn Joschija wurde sein Nachfolger.

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2. Könige 20

1 Damals wurde Hiskija todkrank. Der Prophet Jesaja, der Sohn von Amoz, kam zu ihm und sagte: »So spricht der HERR: ‘Bereite dich auf dein Ende vor! Du wirst von diesem Krankenlager nicht wieder aufstehen.’«

2 Hiskija drehte sich zur Wand hin und betete:
3 »Ach, HERR, denk doch daran, dass ich dir immer treu war! Ich habe dir mit ganzem Herzen gehorcht und stets getan, was dir gefällt.«
Hiskija brach in Tränen aus und weinte laut.

4 Jesaja war erst bis zum mittleren Hof des Palastes gekommen, da erging an ihn das Wort des HERRN; er erhielt den Befehl:
5 »Kehr um und sag zu Hiskija, dem Anführer meines Volkes: ‘So spricht der HERR, der Gott deines Ahnherrn David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich werde dich gesund machen. Am dritten Tag von heute an wirst du wieder in meinen Tempel gehen können.
6 Ich gebe dir noch fünfzehn Jahre dazu und werde dich und diese Stadt vor dem König von Assyrien retten. Um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe werde ich Jerusalem beschützen.’«

7 Jesaja richtete die Botschaft aus. Dann sagte er zu den Dienern: »Legt einen Verband aus gepressten Feigen auf die entzündete Stelle, dann wird der König gesund werden.«
8 Hiskija fragte Jesaja: »Woran kann ich erkennen, dass der HERR mich wirklich gesund machen wird und ich schon übermorgen in seinen Tempel gehen werde?«

9 Jesaja antwortete: »Der HERR wird dir ein Zeichen geben, an dem du erkennen kannst, dass er seine Zusage wahr macht. Du hast die Wahl: Soll der Schatten auf der Treppe zehn Stufen vorrücken oder zehn Stufen zurückgehen?«

10 Hiskija sagte: »Es ist nichts Besonderes, wenn er ein wenig schneller vorrückt; ich möchte, dass er um zehn Stufen zurückgeht!«

11 Da rief Jesaja zum HERRN, und der HERR ließ den Schatten auf der Treppe, die König Ahas gebaut hatte, um zehn Stufen zurückgehen.

12 Als der babylonische König Merodach-Baladan, der Sohn Baladans, davon hörte, dass Hiskija von einer Krankheit genesen war, schickte er ihm ein Glückwunschschreiben und ließ ihm Geschenke überbringen.
13 Hiskija nahm die Botschaft der Gesandten entgegen und zeigte ihnen alles, was er besaß: Silber, Gold, Gewürze und kostbare Öle, seine Waffen, Rüstungen und Lebensmittelvorräte. Alle Schatzkammern, Geräte- und Vorratshäuser in seinem Palast und in seinem ganzen Reich ließ er sie sehen.

14 Da kam der Prophet Jesaja zu König Hiskija und fragte ihn: »Was wollten diese Männer von dir? Woher kamen sie?«
»Sie sind von weit her gekommen, aus Babylon«, antwortete Hiskija.

15 »Was haben sie in deinem Palast gesehen?«, fragte Jesaja.
»Ich habe ihnen alle meine Vorräte und Schätze gezeigt«, sagte Hiskija. »Ich habe nichts vor ihnen geheim gehalten.«

16 Da sagte Jesaja: »Höre, was der HERR dir sagen lässt:
17 ‘Alle Schätze in deinem Palast, die deine Vorfahren zusammengetragen haben, werden eines Tages nach Babylon weggeschafft, nichts bleibt davon zurück.
18 Auch von den Söhnen, die dir noch geboren werden, wird man einige nach Babylon verschleppen. Sie werden dort den König in seinem Palast bedienen müssen.’«
19 Hiskija sagte: »Ich beuge mich unter die Entscheidung des HERRN.« Und er fügte hinzu: »Wenn nur wenigstens zu meinen Lebzeiten noch Frieden und Sicherheit herrschen!«
20 Was es sonst noch über Hiskija und all seine Erfolge zu berichten gibt, ist in der amtlichen Chronik der Könige von Juda nachzulesen. Dort ist auch aufgezeichnet, wie er den Wasserspeicher anlegen und das Wasser durch einen Tunnel in die Stadt leiten ließ.
21 Als Hiskija starb, wurde er in der Grabstätte seiner Vorfahren bestattet. Sein Sohn Manasse wurde sein Nachfolger.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Könige 19

1 Als König Hiskija das hörte, zerriss auch er sein Gewand, legte den Sack an und ging in den Tempel des HERRN.
2 Zugleich schickte er den Palastvorsteher Eljakim, den Staatsschreiber Schebna und die angesehensten Priester mit dem Sack bekleidet zum Propheten Jesaja, dem Sohn von Amoz.
3 Sie sollten ihm im Namen des Königs sagen:
»Heute straft uns Gott für unsere Sünden; wir sind in Not und Schande geraten. Es geht uns wie Kindern, die im Mutterschoß stecken geblieben sind, weil die Mutter keine Kraft mehr zum Gebären hat.
4 Der Assyrerkönig hat seinen Obermundschenk hierher geschickt, um den lebendigen Gott zu verhöhnen. Wenn doch der HERR, dein Gott, hören wollte, wie dieser Fremde ihn lästert! Wenn er ihn doch strafen wollte für die Schmach, die er ihm angetan hat! Bete zum HERRN für die, die von seinem Volk übrig geblieben sind!«
5 Die Männer kamen zu Jesaja und überbrachten ihm diese Botschaft.
6 Jesaja antwortete ihnen: »Sagt dem König: ‘So spricht der HERR: Hab keine Angst! Lass dich nicht einschüchtern, wenn die Boten des Assyrerkönigs mich lästern und behaupten, ich könnte euch nicht retten.
7 Ich werde dafür sorgen, dass er seinen Plan aufgibt. Er wird eine Nachricht erhalten und schleunigst nach Hause zurückkehren. Dort werde ich ihn umbringen lassen.’«

8 Sanherib, der König von Assyrien, stand inzwischen nicht mehr vor Lachisch, sondern kämpfte schon gegen die Festung Libna. Dorthin kehrte der Obermundschenk zurück.

9 Der Assyrerkönig erfuhr, dass ein Heer unter der Führung des äthiopischen Königs Tirhaka gegen ihn heranrückte. Da schickte er noch einmal Gesandte zu König Hiskija
10 und ließ ihm sagen:
»Verlass dich nicht zu sehr auf deinen Gott! Lass dir nicht von ihm einreden, dass Jerusalem niemals in meine Hand fallen wird.
11 Du weißt doch, was die Könige von Assyrien mit den anderen Ländern gemacht haben. Sie haben alle verwüstet, und da willst ausgerechnet du dem Untergang entrinnen?
12 Denk doch an Gosan, an Haran und Rezef und an die Leute von Eden, die in Telassar wohnten. Haben ihre Götter meine Vorgänger daran hindern können, alle diese Städte dem Erdboden gleichzumachen?
13 Und wo sind die Könige, die in Hamat und Arpad, Sefarwajim, Hena und Awa regierten?«

14 Die Abgesandten Sanheribs übergaben ihre Botschaft in einem Brief. Als Hiskija ihn gelesen hatte, ging er in den Tempel, breitete ihn vor dem HERRN aus
15 und betete:
»HERR, du Gott Israels, der über den Keruben thront! Du allein bist der Herrscher über alle Reiche der Welt. Du hast Himmel und Erde geschaffen.
16 Sieh doch, wie es uns ergeht! Höre doch, wie dieser Sanherib dich, den lebendigen Gott, verhöhnt!

17 Es ist wahr: Die Könige von Assyrien haben alle diese Völker vernichtet
18 und ihre Götter ins Feuer geworfen. Aber es waren ja keine Götter, sondern nur Bilder aus Holz oder Stein, von Menschen angefertigt. Deshalb wurden sie auch vernichtet.
19 HERR, unser Gott, rette uns vor diesem Assyrerkönig! Alle Königreiche der Welt sollen erkennen, dass du, HERR, allein Gott bist!«

20 Da ließ Jesaja, der Sohn von Amoz, dem König Hiskija ausrichten: »So spricht der HERR, der Gott Israels: ‘Du hast zu mir um Hilfe gerufen gegen den Assyrerkönig Sanherib. Ich habe dein Gebet gehört,
21-22 und ich will dir sagen, was ich tun werde. So spreche ich zu ihm:
Die unbesiegte Zionsstadt nur Spott und Verachtung für dich hat! Die Jungfrau Zion lacht dich aus, die Zunge streckt sie dir heraus. Mit wem hast du dich eingelassen, gegen wen, du Narr, dich aufgeblasen? Mich, den heiligen Gott Israels, kennst du nicht, und doch schmähst du und höhnst du mir ins Gesicht!
23 Wahrhaftig, du warst schlecht beraten, als du so prahltest mit deinen Taten. Durch Boten ließest du überall sagen: Ich bin der Herr! Ich bestieg meinen Wagen, hoch auf den Libanon fuhr ich im Trab, die Tannen und Zedern dort holzte ich ab, all seine Schlupfwinkel spürte ich auf und nie kam ins Stocken mein Siegeslauf!
24 Ich grub mir Brunnen mit eigener Hand, so schafft’ ich mir Wasser im Feindesland. Ich trockne sie aus, die ägyptischen Flüsse, sie müssen versiegen vom Tritt meiner Füße!

25 So prahlst du. Hör zu jetzt und lass es dir sagen: Ich hab’s so beschlossen seit uralten Tagen; ich hab es geplant, was jetzt ist geschehen, drum mussten die Städte zugrunde gehen. Nichts ist davon übrig als Trümmer nur, von ihren Bewohnern blieb keine Spur.
26 Der Mut, sich zu wehren, war ihnen entfallen, verschwunden die Kraft, drum erging’s ihnen allen wie Gras an einem trocknen Ort; es sprießt – und schon ist es verdorrt.
27 Ich hab auch dich ganz fest in der Hand, was immer du tust, ist mir vorher bekannt, ob du stehst, liegst, kommst, gehst – alles sehe ich, ich weiß genau, wie du tobst gegen mich.
28 Weil mir dein Geschwätz in die Ohren dringt, schmück ich dir die Nase mit einem eisernen Ring, ich lege dir meinen Zaum in das Maul und zwing dich wie einen störrischen Gaul. Den Weg, den du Prahlhans gekommen bist, den bring ich zurück dich in kürzester Frist!

29 Dir, Hiskija, aber gebe ich ein Vorzeichen für das, was in der Zukunft geschehen wird: In diesem Jahr und im folgenden werdet ihr essen, was sich von selbst ausgesät hat; aber im dritten Jahr könnt ihr wieder säen und ernten, Weinberge anlegen und ihre Trauben essen.
30 So werden einst die Bewohner von Juda, die mit dem Leben davongekommen sind, gedeihen wie Pflanzen, die tiefe Wurzeln schlagen und reiche Frucht bringen.
31 Denn ein Rest wird übrig bleiben auf dem Zionsberg in Jerusalem und das Land von neuem besiedeln. Ich, der Herrscher der Welt, sorge dafür in meiner leidenschaftlichen Liebe zu meinem Volk.
32 Ich sage dir noch einmal, wie es dem Assyrerkönig ergehen wird: Er wird nicht in diese Stadt eindringen, ja, nicht einen einzigen Pfeil hineinschießen. Er wird nicht dazu kommen, eine Rampe gegen ihre Mauer vorzutreiben und seine Männer im Schutz der Schilde zum Angriff aufzustellen.
33 Auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist, wird er wieder heimkehren. Er wird ganz bestimmt nicht in die Stadt eindringen. Ich bin der HERR, ich sage es!
34 Um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe werde ich dieser Stadt beistehen und sie retten!’«

35 In derselben Nacht kam der Engel des HERRN in das Lager der Assyrer und tötete dort 185000 Mann. Als der Morgen anbrach, lag alles voller Leichen.
36 Da ließ König Sanherib zum Aufbruch blasen und zog ab. Er kehrte in seine Heimat zurück und blieb in Ninive.
37 Dort betete er eines Tages im Tempel seines Gottes Nisroch. Da erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Sie mussten in das Land Ararat fliehen. Sanheribs Sohn Asarhaddon wurde sein Nachfolger auf dem Thron.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Könige 18

1 Im dritten Regierungsjahr des Königs Hoschea von Israel wurde Hiskija, der Sohn von Ahas, König von Juda.
2 Er war 25 Jahre alt, als er König wurde, und regierte 29 Jahre lang in Jerusalem. Seine Mutter hieß Abi und war eine Tochter von Secharja.

3 Er tat, was dem HERRN gefällt, genau wie sein Ahnherr David.
4 Er ließ die Opferstätten rings im Land zerstören, die geweihten Steinmale in Stücke schlagen und das Götzenbild der Aschera umstürzen. Er zerschlug auch die bronzene Schlange, die Mose gemacht hatte.
Bis in die Tage Hiskijas hatten die Israeliten Weihrauch vor ihr verbrannt; sie nannten sie Nehuschtan.
5 Keiner von allen Königen Judas vor oder nach Hiskija vertraute so wie er dem HERRN, dem Gott Israels.
6 Hiskija hielt sein Leben lang treu zum HERRN und befolgte die Gebote, die der HERR durch Mose gegeben hatte.
7 Darum stand der HERR ihm auch bei und gab ihm Erfolg in allem, was er unternahm. So gelang es Hiskija, sich von der Oberherrschaft des Königs von Assyrien zu befreien.

8 Hiskija besiegte auch die Philister und verfolgte sie bis nach Gaza. Er verwüstete alles in ihrem Gebiet, vom Wachtturm bis zur befestigten Stadt.

9 Im vierten Regierungsjahr von Hiskija – es war das siebte Regierungsjahr von Hoschea, dem König von Israel – rückte Salmanassar, der König von Assyrien, mit seinen Truppen vor die Stadt Samaria und belagerten sie.
10 Nach fast dreijähriger Belagerung nahm er sie ein, im sechsten Regierungsjahr von Hiskija und im neunten von Hoschea.
11 Salmanassar ließ die Bevölkerung des Reiches Israel nach Assyrien in die Verbannung wegführen. Dort siedelte er sie in der Provinz Halach und am Habor-Fluss in der Provinz Gosan sowie in den Städten Mediens an.
12 Das alles geschah, weil sie nicht auf den HERRN, ihren Gott, gehört hatten. Sie brachen den Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte, und befolgten nicht die Gebote, die Mose, der Bevollmächtigte des HERRN, verkündet hatte.

13 Im 14. Regierungsjahr von Hiskija fiel Sanherib, der König von Assyrien, mit seinen Truppen in das Land Juda ein und eroberte alle befestigten Städte.
14 Als der Assyrerkönig noch vor der Stadt Lachisch lag, schickte Hiskija Boten zu ihm und ließ ihm sagen: »Ich habe Unrecht getan. Kämpfe nicht weiter gegen mich. Ich werde alles zahlen, was du forderst.«
Sanherib verlangte als Tribut 300 Zentner Silber und 30 Zentner Gold.
15 Hiskija musste alles Silber abliefern, das sich in den Schatzkammern des Tempels und des Königspalastes befand.
16 Damals wurde auch die Goldverkleidung von den Türen und Türpfosten des Tempels entfernt und als Tribut dem König von Assyrien übergeben. Hiskija selbst hatte diese Goldverkleidung anbringen lassen.

17 Dennoch schickte der Assyrerkönig von Lachisch aus seine drei obersten Hofleute – den obersten Heerführer, den Palastvorsteher und den Obermundschenk – zu König Hiskija nach Jerusalem und gab ihnen ein starkes Heer mit. Vor der Stadt machten sie Halt an der Wasserleitung beim oberen Teich, auf der Straße, die vom Tuchmacherfeld kommt.
18 Sie verlangten den König zu sprechen. Hiskija schickte den Palastvorsteher Eljakim, den Sohn von Hilkija, zu ihnen hinaus, und mit ihm den Staatsschreiber Schebna und den Kanzler Joach, den Sohn von Asaf.

19 Der Obermundschenk sagte zu ihnen:
»Meldet Hiskija, was der große König, der König von Assyrien, ihm sagen lässt: ‘Worauf vertraust du eigentlich, dass du dich so sicher fühlst?
20 Meinst du etwa, dass du mit leeren Worten gegen meine Kriegsmacht und Kriegserfahrung antreten kannst?
Auf wen hoffst du, dass du es wagst, dich gegen mich aufzulehnen?
21 Erwartest du etwa Hilfe von Ägypten? Du kannst dich genauso gut auf ein Schilfrohr stützen – es zersplittert und durchbohrt dir die Hand. Der König von Ägypten hat noch jeden im Stich gelassen, der sich auf ihn verlassen hat.
22 Oder wollt ihr behaupten, dass ihr euch auf den HERRN, euren Gott, verlassen könnt? Dann sag mir doch: Ist er nicht eben der Gott, dessen Opferstätten und Altäre du, Hiskija, beseitigt hast? Hast du nicht den Leuten von Juda und Jerusalem befohlen, dass sie nur noch auf dem Altar in Jerusalem Opfer darbringen sollen?’

23 Mein Herr, der König von Assyrien, bietet dir folgende Wette an: Er gibt dir zweitausend Pferde, wenn du die Reiter dafür zusammenbringst.
24 Du kannst es ja nicht einmal mit dem unbedeutendsten Truppenführer meines Herrn aufnehmen. Du hoffst nur auf Ägypten und seine Streitwagenmacht.

25 Im Übrigen lässt der König von Assyrien dir sagen: ‘Glaub nur nicht, ich sei gegen den Willen des HERRN gegen diese Stadt gezogen, um sie in Schutt und Asche zu legen! Der HERR selbst hat mir befohlen: Greif dieses Land an und verwüste es!’«

26 Da unterbrachen Eljakim, Schebna und Joach den Obermundschenk und baten ihn: »Sprich doch bitte aramäisch mit uns, wir verstehen es. Sprich nicht hebräisch, die Leute auf der Stadtmauer hören uns zu!«

27 Aber der Obermundschenk erwiderte: »Hat mich etwa mein Herr nur zu deinem Herrn und zu dir gesandt? Nein, meine Botschaft gilt allen, die dort oben auf der Stadtmauer sitzen und die bald zusammen mit euch den eigenen Kot fressen und den eigenen Harn saufen werden!«

28 Darauf trat der Obermundschenk noch ein Stück weiter vor und rief laut auf Hebräisch:
»Hört, was der große König, der König von Assyrien, euch sagen lässt!
29 So spricht der König: ‘Lasst euch von Hiskija nicht täuschen! Er kann euch nicht aus meiner Hand retten.
30 Lasst euch auch nicht dazu überreden, auf den HERRN zu vertrauen! Glaubt Hiskija nicht, wenn er sagt: Der HERR wird uns bestimmt retten und diese Stadt nicht in die Hand des Assyrerkönigs fallen lassen!

31 Hört nicht auf Hiskija, hört auf mich! So spricht der König von Assyrien: Kommt heraus und ergebt euch! Jeder darf von seinem Weinstock und seinem Feigenbaum essen und Wasser aus seiner Zisterne trinken,
32 bis ich euch in ein Land bringe, das ebenso gut ist wie das eure. Dort gibt es Korn und Brot, Most und Wein, Öl und Honig in Fülle. Hört auf mich, dann werdet ihr am Leben bleiben und nicht umkommen!
Hört nicht auf Hiskija! Er macht euch etwas vor, wenn er euch einredet: Der HERR wird uns retten!
33 Haben etwa die Götter der anderen Völker ihre Länder vor mir schützen können?
34 Wo sind jetzt die Götter von Hamat und Arpad? Wo sind die Götter von Sefarwajim, Hena und Awa? Hat irgendein Gott Samaria vor mir beschützt?
35 Wer von allen Göttern hat sein Land vor mir retten können? Und da soll ausgerechnet der HERR, euer Gott, Jerusalem vor mir beschützen?’«

36 Die Männer auf der Mauer blieben still und antworteten nichts; so hatte König Hiskija es angeordnet.
37 Eljakim, Schebna und Joach zerrissen ihr Gewand, gingen zu Hiskija und berichteten ihm, was der Obermundschenk gesagt hatte.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

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