Erneuert durch sein Wort

2. Mose 40

1 Der HERR sagte zu Mose:
2 »Am 1. Tag des 1. Monats sollst du meine Wohnung, das Heilige Zelt, aufrichten.
3 Bringe in den hinteren Teil die Lade mit dem Bundesgesetz und hänge den Vorhang davor.
4 Dann stelle im vorderen Teil den Tisch mit den geweihten Broten und den Gefäßen für das Trankopfer auf. Bring auch den Leuchter dorthin und setze die Lichtschalen darauf.
5 Stelle in den vorderen Teil auch den goldenen Altar für das Räucheropfer, direkt gegenüber der Stelle, wo hinter dem Vorhang die Lade mit dem Bundesgesetz steht, und hänge auch den Vorhang am Eingang meiner Wohnung auf.
6 Stelle davor den Altar für die Brandopfer
7 und zwischen Zelt und Altar das große Becken und fülle es mit Wasser.
8 Errichte die Abgrenzung rings um den Vorhof und hänge den Vorhang an seinem Eingang auf.
9-11 Nimm das Salböl und salbe damit meine Wohnung und alles, was darin ist. Salbe auch den Brandopferaltar mit allen seinen Geräten und ebenso das Wasserbecken und seinen Untersatz. Weihe auf diese Weise das Zelt und alles, was dazugehört, sodass es heilig wird. Der Altar aber wird durch diese Weihe in besonderem Maße heilig.
12 Lass dann Aaron und seine Söhne an den Eingang des Zeltes treten und sich waschen.
13 Lege Aaron die heiligen Gewänder an, salbe ihn mit dem Öl und weihe ihn dadurch zum Priesterdienst für mich.
14 Auch seine Söhne lass herantreten und lege ihnen die Priesterhemden an.
15 Salbe auch sie mit dem Öl, damit sie mir als Priester dienen können. Damit überträgst du ihnen und ihren Nachkommen das Priestertum für alle Zukunft. Auch ihre Nachkommen sollen durch Salbung in ihren Dienst eingesetzt werden.«
Das Heilige Zelt wird aufgerichtet
16 Mose tat, was der HERR ihm aufgetragen hatte.
17 Am 1. Tag des 1. Monats, genau ein Jahr, nachdem das Volk Israel Ägypten verlassen hatte, wurde die Wohnung des HERRN aufgestellt.
18 Mose steckte die Bretter mit den Zapfen in die Bodenplatten, fügte aus ihnen die Wände zusammen und verband sie durch die Querstangen. Er stellte auch die Säulen auf, die den Vorhang tragen sollten.
19 Dann breitete er das Zelt über dieses Gehäuse und legte noch die Schutzdecke oben darüber, wie der HERR es ihm befohlen hatte.
20 Darauf nahm Mose die Tafeln, auf denen das Bundesgesetz geschrieben stand, und legte sie in die Lade, steckte die Tragstangen in die Ringe an der Lade und legte die Deckplatte darauf.
21 Er brachte die Lade in den hinteren Teil des Zeltes und hängte den trennenden Vorhang davor, wie der HERR es angeordnet hatte.
22 Dann brachte er den Tisch ins Zelt und stellte ihn außerhalb des Vorhangs an der rechten Seite auf.
23 Er legte die geweihten Brote darauf, wie der HERR es befohlen hatte.
24 Auf die linke Seite stellte er den Leuchter
25 und setzte die Lichtschalen darauf, wie der HERR es angeordnet hatte.
26-27 Nach der Anweisung des HERRN stellte er genau in der Mitte vor dem Vorhang den goldenen Altar auf und verbrannte darauf wohlriechenden Weihrauch.
28 Dann brachte er den Vorhang am Eingang des Zeltes an.
29 Davor stellte er den großen Altar auf und verbrannte darauf Brandopfer und Speiseopfer, wie der HERR es angeordnet hatte.
30 Das Wasserbecken stellte er zwischen das Zelt und den Altar und füllte es mit Wasser.
31 Mose selbst, Aaron und seine Söhne wuschen sich darin Hände und Füße.
32 Immer bevor sie in das Heilige Zelt gingen oder an den Altar traten, wuschen sie sich, wie der HERR es befohlen hatte.
33a Zuletzt errichtete Mose die Abgrenzung des Vorhofs, der das Heilige Zelt und den Altar umgibt, und brachte den Vorhang am Eingang des Vorhofs an.
Der Herr nimmt Wohnung unter dem Volk Israel
33b Als Mose das ganze Werk vollendet hatte,
34-35 kam die Wolke vom Berg Sinai herab und verhüllte das Heilige Zelt. Die Herrlichkeit des HERRN erfüllte mit ihrem Glanz die ganze Wohnung. Deshalb konnte Mose nicht in das Zelt hineingehen.
36-37 Während der ganzen Wanderschaft richteten sich die Israeliten nach der Wolke über der Wohnung des HERRN. Solange die Wolke auf ihr ruhte, blieben sie an ihrem Lagerplatz. Sobald sie sich erhob, zogen sie weiter.
38 Immer wenn die Israeliten ihr Lager aufgeschlagen hatten, konnten sie tagsüber die Wolke des HERRN über der Wohnung sehen und nachts leuchtete Feuer in der Wolke.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Mose 39

1-2 Nach der Anweisung, die Mose vom HERRN erhalten hatte, machten die kunstfertigen Männer auch die Priesterkleider für Aaron. Aus gezwirntem Leinen webten sie den Amtsschurz des Obersten Priesters und bestickten ihn kunstvoll mit Goldfäden und Fäden aus blauer, roter und karmesinroter Wolle.
3 Zur Gewinnung der Goldfäden hämmerten sie dünne Goldbleche und zerschnitten sie in schmale Streifen.
4-5 Der Gürtel, mit dem der Schurz um den Leib befestigt wird, wurde aus demselben Material gemacht und an den Schurz angewebt. Die beiden Schulterbänder wurden vorn und hinten an ihm befestigt, genau wie der HERR es Mose befohlen hatte.
6 Dann fassten sie zwei Karneolsteine in Gold, gravierten in die Steine die Namen der zwölf Stämme Israels ein
7 und brachten sie auf den Schulterbändern an, um die Israeliten beim HERRN in Erinnerung zu bringen – alles genauso, wie der HERR es Mose befohlen hatte.
8 Aus demselben Material wie den Amtsschurz machten sie die Brusttasche,
9 25 auf 25 Zentimeter groß aus einem zusammengefalteten Stück Gewebe.
10-13 Die Vorderseite wurde mit zwölf in Gold gefassten Edelsteinen besetzt, die in vier Reihen angeordnet waren: in der ersten Reihe ein Rubin, ein Topas und ein Smaragd; in der zweiten Reihe ein Karfunkel, ein Saphir, ein Jaspis; in der dritten Reihe ein Achat, ein Hyazinth, ein Amethyst; in der vierten Reihe ein Chrysolith, ein Karneol und ein Onyx.
14 In die Steine wurden die Namen der zwölf Stämme Israels eingraviert, in jeden Stein ein Name.
15-18 Dann machten sie zwei goldene Kettchen, brachten an den Schulterbändern zwei goldene Ösen an und an den oberen Enden der Brusttasche zwei Goldringe. Öse und Ring wurden auf jeder Seite durch eines der Kettchen verbunden; so wurde die Tasche an den Schulterbändern aufgehängt.
19-21 An den unteren Ecken der Tasche und unten an den Schulterbändern, dort, wo sie auf den Gürtel des Schurzes treffen, wurden ebenfalls Goldringe angebracht und die Ringe auf beiden Seiten jeweils mit einer blauen Schnur verbunden, sodass die Tasche fest über dem Gürtel des Schurzes saß und sich nicht verschieben konnte. So hatte der HERR es Mose befohlen.
22 Dann machten sie das Obergewand, das unter dem Amtsschurz getragen wird; es war ganz aus blau gefärbtem Leinen.
23 Die Öffnung für den Kopf wurde mit einer Borte eingefasst, damit sie nicht einreißen konnte, ähnlich wie die Halseinfassung bei einem Panzerhemd.
24-26 Am Saum des Gewandes wurden ringsum Granatäpfel aus blauer, roter und karmesinroter Wolle befestigt und jeweils zwischen zwei Granatäpfeln ein goldenes Glöckchen aufgehängt. So hatte der HERR es für den Dienst im Heiligtum angeordnet.
27-29 Weiter machten sie für Aaron und seine Söhne die Hemden, Kopfbedeckungen und Kniehosen aus Leinen und für Aaron den prächtigen Gürtel, alles, wie der HERR es Mose befohlen hatte.
30 Sie machten das goldene Schild als Stirnschmuck für Aaron und gravierten darauf ein: »Dem HERRN geweiht!«
31 An dem Schild brachten sie eine blaue Schnur an, die man um den Turban binden und so das Schild über der Stirn befestigen konnte, alles nach der Anordnung des HERRN.
Die Vollendung der Arbeiten für das Heiligtum
32 Schließlich war die ganze Arbeit am Heiligen Zelt, der Wohnung des HERRN, vollendet. Die Israeliten hatten alles genauso gemacht, wie der HERR es Mose aufgetragen hatte.
33-34 Nun brachten sie alles zu Mose: die Bretter für die Wände der Wohnung mit den Vorrichtungen für ihre Aufstellung, das Zeltdach mit seinen Schutzdecken und den inneren Vorhang,
35 die Lade für das Bundesgesetz mit den Tragstangen und der Deckplatte,
36 den Tisch mit den geweihten Broten und allen seinen Geräten,
37 den Leuchter mit seinen Lampen, dem Öl und allem Zubehör,
38 den goldenen Altar für das Räucheropfer, das Salböl und den Weihrauch sowie den Vorhang am Eingang des Zeltes,
39 weiter den bronzenen Altar für die Brandopfer mit seinem Rahmen und mit allen Geräten, das Wasserbecken mit seinem Untersatz,
40 die Abgrenzung des Vorhofs mit allem, was zu ihrer Aufstellung benötigt wird, und alle Geräte, die sonst noch im Heiligen Zelt gebraucht werden,
41 auch die Priesterkleider, die Aaron und seine Söhne beim Dienst im Heiligtum tragen sollten.
42 Die Israeliten hatten alles genauso ausgeführt, wie der HERR es ihnen durch Mose befohlen hatte.
43 Und Mose sah alles an, was sie gemacht hatten, das ganze Werk: Es war alles genauso geworden, wie der HERR es angeordnet hatte. Und Mose segnete sie.

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2. Mose 38

1 Weiter machte Bezalel aus Akazienholz den Altar für die Brandopfer, zweieinhalb Meter lang und ebenso breit und eineinhalb Meter hoch.
2 An seinen oberen Ecken hatte er vier Hörner, die mit ihm aus einem Stück gefertigt waren. Der ganze Altar wurde außen mit Bronze überzogen.
3 Bezalel ließ auch die zugehörigen Geräte herstellen, alle aus Bronze: die Schalen zum Auffangen des Blutes, die Fleischgabeln und Kohlenbecken sowie die Schaufeln und Kübel zum Beseitigen der Asche.
4-5 Für den Transport wurde der Altar auf seinen vier Seiten mit einem gitterförmigen Bronzerahmen eingefasst, der vom Boden bis zur halben Höhe reichte und dort auf die Einfassung traf, die außen rings um den Altar lief. An den vier Ecken dieses Rahmens wurde je ein bronzener Ring angebracht, um die Tragstangen hindurchzustecken.
6 Die Tragstangen wurden aus Akazienholz gefertigt, mit Bronze überzogen
7 und durch die Ringe gesteckt.
Der Altar war innen hohl, da er aus Brettern zusammengefügt war.
8 Weiter machte Bezalel das Becken aus Bronze und seinen bronzenen Untersatz. Er fertigte beides aus den Bronzespiegeln der Frauen, die am Eingang des Heiligen Zeltes ihren Dienst verrichteten.
9-17 Als Abgrenzung des Vorhofs machte Bezalel leinene Planen und Säulen, zwischen denen sie angebracht werden sollten. Auf der Nord- und Südseite waren es je zwanzig Säulen auf jeweils fünfzig Meter Länge, auf der Westseite zehn Säulen auf fünfundzwanzig Meter. Die Säulen erhielten bronzene Sockel; die Haken und Stangen zum Befestigen der Tücher wurden aus Silber gemacht. Auf der Ostseite kamen links und rechts des Eingangs je drei Säulen auf einer Breite von jeweils siebeneinhalb Metern. Die Kapitelle der Säulen waren mit Silber überzogen.
18-19 Den Vorhang am Eingang machten die Männer aus gezwirntem Leinen und webten blaue, rote und karmesinrote Wollfäden hinein. Er wurde zwischen vier Säulen aufgehängt, die genau wie die übrigen Säulen gefertigt waren; seine Höhe war wie die der gesamten Abgrenzung zweieinhalb Meter.
20 Alle Pflöcke, die das Zelt und die Abgrenzung halten sollten, wurden aus Bronze hergestellt.
21-23 Bezalel, der Sohn von Uri und Enkel von Hur aus dem Stamm Juda, hatte nun alle Anweisungen ausgeführt, die Mose vom HERRN bekommen hatte. Oholiab, der Sohn Ahisamachs aus dem Stamm Dan, war ihm dabei zur Seite gestanden, ein erfahrener Handwerker, der sich insbesondere auf das kunstvolle Weben und Sticken mit blauer, roter und karmesinroter Wolle und gezwirntem Leinen verstand.
Da befahl Mose dem Priester Itamar, dem Sohn Aarons, mithilfe der Leviten eine Aufstellung zu machen, wie viel Gold, Silber und Bronze für das Heilige Zelt, die Wohnstätte des Bundesgesetzes, aufgewendet worden war.
24 Die Goldmenge, die für das Heiligtum gespendet und bei seiner Herstellung verarbeitet worden war, betrug mehr als 29 Zentner, gewogen nach dem Gewicht des Heiligtums.
25-26 Die 603550 Männer der Gemeinde, die 20 Jahre und älter waren, hatten jeder ein halbes Silberstück beigesteuert; das machte nach dem Gewicht des Heiligtums zusammen über 100 Zentner Silber.
27 Genau 100 Zentner wurden für die hundert silbernen Bodenplatten verbraucht, die die Wandbretter des Heiligtums trugen; auf jede Platte kam ein Zentner Silber.
28 Aus den darüber hinausgehenden 13 Kilo wurden die silbernen Haken und Stangen und die Verkleidung der Kapitelle hergestellt.
29 Die gestiftete Kupfermenge betrug fast 71 Zentner.
30-31 Daraus fertigten sie den Metallüberzug und den Rahmen des Brandopferaltars und alle zum Altardienst nötigen Geräte sowie die Sockel der Säulen am Eingang des Zeltes und der Säulen rund um den Vorhof, und schließlich noch die Pflöcke, mit denen das Zelt und die Abgrenzung des Vorhofs befestigt wurden.

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2. Mose 37

1 Dann machte Bezalel die Lade aus Akazienholz, eineinviertel Meter lang, drei viertel Meter breit und ebenso hoch.
2 Er überzog sie außen und innen mit reinem Gold und verzierte sie ringsum mit einer Goldleiste.
3 Er goss vier Ringe aus Gold und brachte sie an den vier Ecken der Lade an, zwei Ringe auf jeder Längsseite,
4 machte zwei Stangen aus Akazienholz, überzog sie mit Gold
5 und steckte sie durch die Ringe, sodass man die Lade tragen konnte.
6 Er machte eine Deckplatte aus reinem Gold, die in den Maßen genau auf die Lade passte,
7-8 sowie zwei geflügelte Kerubenfiguren aus getriebenem Gold, die an den seitlichen Enden der Deckplatte angebracht wurden.
9 Sie standen einander zugewandt, den Blick auf die Deckplatte gerichtet; ihre Flügel hielten sie schirmend über der Platte ausgebreitet.
10 Dann machte Bezalel den Tisch aus Akazienholz, einen Meter lang, einen halben Meter breit und drei viertel Meter hoch.
11 Er überzog ihn mit reinem Gold und fasste die Tischplatte ringsum mit einer goldenen Schmuckleiste ein.
12 Außerdem setzte er auf die Tischplatte ringsum eine Randleiste von zehn Zentimeter Höhe auf und fasste auch sie mit einer goldenen Schmuckleiste ein.
13 Er goss vier goldene Ringe und befestigte sie oben an den Kanten der vier Beine,
14-15 dicht unter der umlaufenden Randleiste. Er machte zwei Stangen aus Akazienholz, überzog sie mit Gold und steckte sie durch die Ringe, sodass man den Tisch tragen konnte.
16 Außerdem machte er aus reinem Gold die Geräte für das Trankopfer, die auf dem Tisch stehen sollten: die Schalen, Schüsseln, Becher und Kannen.
17 Weiter machte Bezalel den Leuchter aus reinem Gold, und zwar mit allen seinen Teilen aus einem Stück.
18 Von seinem Schaft gingen nach beiden Seiten je drei Arme aus,
19 jeder mit drei Blütenkelchen verziert.
20 Auf dem Schaft selber befanden sich vier Blütenkelche,
21 drei davon an den Ansatzstellen der Arme, jeweils unterhalb der Stelle, von der ein Armpaar abzweigte.
22 Der ganze Leuchter bestand aus reinem Gold und war aus einem Stück gearbeitet.
23 Bezalel machte für den Leuchter auch die sieben Lichtschalen sowie die Dochtscheren und die Reinigungsnäpfe, alles aus reinem Gold.
24 Für den Leuchter und sein Zubehör verarbeitete er einen Zentner reines Gold.
25 Bezalel machte aus Akazienholz den Altar für das Räucheropfer, einen halben Meter lang und ebenso breit und einen Meter hoch, samt seinen Hörnern aus einem Stück gefertigt.
26 Er überzog ihn außen mit reinem Gold und brachte ringsum eine goldene Leiste an.
27 Unter der Leiste befestigte er die goldenen Ringe für die Tragstangen,
28 machte aus Akazienholz die Stangen und überzog auch sie mit Gold.
29 Durch kundige Männer ließ er das heilige Salböl und den wohlriechenden Weihrauch bereiten.

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2. Mose 36

1 Bezalel, Oholiab und alle, die Fertigkeiten besitzen, weil der HERR ihnen Weisheit und Einsicht gegeben hat, sollen nun ausführen, was er angeordnet hat.«
2 Mose rief Bezalel, Oholiab und alle, die der HERR fähig und bereit gemacht hatte, ans Werk.
3 Er übergab ihnen alles, was die Israeliten für die Herstellung des Heiligtums gespendet hatten.
Auch weiterhin brachten die Leute zu Mose jeden Morgen freiwillige Gaben.
4 Da kamen alle kunstfertigen Männer, die an dem Werk beteiligt waren, zu Mose, jeder von seiner Arbeit,
5 und sagten: »Das Volk bringt mehr, als wir für die aufgetragene Arbeit brauchen!«
6 Darauf ließ Mose im Lager ausrufen: »Niemand, weder Mann noch Frau, soll von jetzt an noch eine Spende für das Heiligtum abliefern!« So hörte der Spendenfluss auf.
7 Was bisher abgeliefert worden war, reichte als Material für alle Arbeiten aus und es blieb sogar noch davon übrig.
8 Zusammen mit den Männern, die sich auf diese Arbeiten verstanden, stellte Bezalel die Einzelteile her, aus denen die Wohnung des HERRN aufgebaut werden sollte.
Sie webten zehn kostbare Zeltbahnen aus gezwirnten Leinenfäden und stickten darauf mit blauer, roter und karmesinroter Wolle Bilder von Keruben.
9 Jede Bahn war 14 Meter lang und 2 Meter breit.
10-13 Je fünf Bahnen wurden auf der Langseite miteinander vernäht und die beiden so entstandenen größeren Teile durch je fünfzig einander gegenüberstehende Schlaufen aus blauer Wolle und fünfzig goldene Klammern verbunden.
14 Weiter webten die Männer elf Zeltbahnen aus Ziegenhaar,
15 jede 15 Meter lang und 2 Meter breit.
16 Sie wurden zu zwei größeren Stücken aus fünf und sechs Teilen zusammengenäht
17-18 und diese wieder durch je fünfzig Schlaufen und fünfzig bronzene Klammern zu einem Stück verbunden.
19 Dann machten sie noch zwei Schutzdecken, die untere aus rot gefärbten Widderfellen, die obere aus Delphinenhäuten.
20 Weiter sägten sie Bretter aus Akazienholz, die unter dem Zeltdach als Wände für die Wohnung des HERRN aufgestellt werden sollten,
21 jedes Brett fünf Meter lang und 75 Zentimeter breit,
22 mit zwei Zapfen an der unteren Schmalseite.
23-26 Je zwanzig Bretter machten sie für die nördliche und südliche Seitenwand und zu jedem Brett zwei silberne Bodenplatten, in die es mit seinen Zapfen eingesteckt werden konnte.
27-30 Für die Rückwand nach Westen machten sie sechs Bretter und dazu für die Ecken zwei Winkelbretter, insgesamt also acht Bretter und sechzehn Bodenplatten.
31-32 Weiter machten sie Querstangen aus Akazienholz, je fünf für eine Wand.
33 Die mittlere Stange, die in halber Höhe anzubringen war, bestand durchlaufend aus einem einzigen Stück.
34 Als Halter für die Stangen brachten sie an den Brettern goldene Ringe an und überzogen die Bretter und Stangen mit Gold.
35 Sie webten den Vorhang vor dem Allerheiligsten aus gezwirnten Leinenfäden und stickten darauf mit blauer, roter und karmesinroter Wolle Bilder von Keruben,
36 weiter machten sie aus Akazienholz die vier Trägersäulen des Vorhangs, die mit Gold überzogen wurden, dazu die goldenen Haken und die silbernen Sockel.
37 Aus demselben Material webten sie einen Vorhang für den Eingang des Zeltes,
38 machten seine fünf Trägersäulen mit ihren bronzenen Sockeln und überzogen die Kapitelle und die Stangen, an denen der Vorhang aufgehängt werden sollte, mit Gold.

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2. Mose 35

1 Mose rief die ganze Gemeinde Israel zusammen und sagte zu ihnen: »Der HERR hat euch befohlen:
2 ‘Sechs Tage in der Woche sollt ihr arbeiten; aber der siebte Tag, der Sabbat, ist der Ruhetag, der mir gehört. Wer an diesem Tag irgendeine Arbeit tut, muss mit dem Tod bestraft werden.
3 Ihr dürft auch kein Herdfeuer anzünden. Das gilt für alle eure Wohnsitze.’«
4 Mose sagte zur ganzen Gemeinde Israel: »Der HERR hat befohlen:
5 ‘Ihr sollt mir eine freiwillige Abgabe leisten; alle, die etwas geben möchten, sollen es herbringen. Gebraucht werden Gold, Silber und Bronze,
6 blaue, rote und karmesinrote Wolle, Leinen und Ziegenhaar,
7 rot gefärbte Widderfelle, Delphinenhäute, Akazienholz,
8 Öl für die Lampen, wohlriechende Zutaten für das Salböl und für die Weihrauchmischung
9 sowie Karneolsteine und andere Edelsteine zum Schmuck für Amtsschurz und Brusttasche des Obersten Priesters.’
10 Alle, die sich auf ein Handwerk verstehen, sollen nun kommen und alles herstellen, was der HERR angeordnet hat:
11 das Zelt und die Schutzdecken darüber, die Haken, die Bretter und die Querstangen, die Säulen und Sockel;
12 weiter die Bundeslade mit Tragstangen und Deckplatte, den Vorhang, der das Allerheiligste verdeckt,
13 den Tisch für die geweihten Brote mit den Tragstangen und allen zugehörigen Geräten sowie die Brote selbst,
14 den Leuchter mit seinen Lampen und mit den zur Wartung nötigen Geräten sowie das Öl für die Lampen,
15 den Altar für das Räucheropfer mit seinen Tragstangen, das Salböl und die Weihrauchmischung; weiter den Vorhang am Eingang des Zeltes,
16 den Brandopferaltar mit dem kupfernen Traggestell, den Tragstangen und allen zugehörigen Opfergeräten, das Wasserbecken mit seinem Untersatz,
17 die Abgrenzung rings um den Vorhof mit ihren Säulen und deren Sockeln, den Vorhang am Eingang des Vorhofs,
18 die Pflöcke und Stricke zur Befestigung des Zeltes und der Abgrenzung
19 und schließlich die heiligen Gewänder, die Aaron und seine Söhne beim Priesterdienst tragen sollen.«
20 Die versammelte Gemeinde ging auseinander,
21 und alle, die es dazu trieb, brachten ein freiwilliges Opfer für das Heilige Zelt, seine Ausstattung und die Priesterkleider.
22 Männer und Frauen opferten dem HERRN aus freiem Antrieb goldene Schmucksachen: Spangen, Ohrringe, Fingerringe und Halsketten.
23 Sie brachten auch blaue, rote und karmesinrote Wolle, Flachs, Ziegenhaar, rot gefärbte Widderfelle und Delphinenhäute,
24 außerdem Silber, Bronze und Akazienholz.
25-26 Die Frauen, die die Fertigkeit besaßen und sie gerne ausübten, verspannen die Wolle zu Wollfäden und den Flachs zu gezwirnten Leinenfäden und spannen Fäden aus dem Ziegenhaar.
27 Die Stammesoberhäupter brachten Karneolsteine und andere Edelsteine, die die Schulterbänder am priesterlichen Amtsschurz Aarons und seine Brusttasche schmücken sollten,
28 außerdem Olivenöl für den Leuchter und für das Salböl und Duftstoffe für das Salböl und die Weihrauchmischung.
29 Viele aus dem Volk trieb es, etwas zu dem Werk beizutragen, das der HERR durch Mose angeordnet hatte. Sie alle, Männer wie Frauen, brachten dem HERRN ein freiwilliges Opfer.
30 Nun sagte Mose zum Volk: »Der HERR hat Bezalel, den Sohn von Uri und Enkel von Hur vom Stamm Juda, dazu bestimmt, die Arbeiten für sein Heiligtum in eigener Verantwortung durchzuführen.
31 Er hat ihn mit seinem Geist erfüllt, ihm Weisheit und Einsicht gegeben und ihn zu jeder handwerklichen und künstlerischen Tätigkeit befähigt.
32 So kann er Bilder und Gegenstände entwerfen und sie in Gold, Silber oder Bronze ausführen;
33 er kann Edelsteine schneiden und fassen und Holz kunstvoll bearbeiten; in jeder künstlerischen Technik ist er erfahren.
34 Der HERR hat ihn auch dazu befähigt, andere zu solchen Arbeiten anzuleiten.
Dasselbe gilt von Oholiab, dem Sohn Ahisamachs vom Stamm Dan.
35 Der HERR hat ihnen beiden auch die Fähigkeit gegeben, blaue, rote und karmesinrote Wolle und gezwirnte Leinenfäden zu verarbeiten, und das in allen Arten von kunstvoller Weberei und Stickerei; sie können für alles Entwürfe machen und sie ausführen.

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2. Mose 34

1 Dann sagte der HERR zu Mose: »Hau dir zwei Steintafeln zurecht wie die ersten, die du zerbrochen hast. Ich werde die Worte darauf schreiben, die schon auf den ersten Tafeln standen.
2 Mach dich für morgen bereit und steig in der Frühe auf den Berg Sinai. Stell dich auf den Gipfel und erwarte mich dort.
3 Du sollst niemand mit hinaufnehmen, überhaupt darf kein Mensch den Berg betreten. Auch das Vieh darf nicht an seinem Fuß weiden.«
4 Mose machte die beiden Steintafeln zurecht und nahm sie am nächsten Morgen mit auf den Berg, wie der HERR es befohlen hatte.
5 In einer Wolke kam der HERR auf den Berg herab, stellte sich neben Mose und rief seinen Namen aus.
6 Er ging an Mose vorüber und rief: »Ich bin der HERR! ‘Ich bin da’ ist mein Name! Ich bin ein Gott voll Liebe und Erbarmen. Ich habe Geduld, meine Güte und Treue sind grenzenlos.
7 Ich erweise Güte über Tausende von Generationen hin, ich vergebe Schuld, Verfehlung und Auflehnung; aber ich lasse auch nicht alles ungestraft hingehen. Wenn sich jemand gegen mich wendet, dann bestrafe ich dafür noch seine Kinder und Enkel bis in die dritte und vierte Generation.«
8 Da warf sich Mose anbetend vor dem HERRN nieder.
Bitte um Vergebung der Schuld und erneuter Bundesschluss
9 Mose sagte: »Herr, wenn ich in deiner Gunst stehe, dann sei doch in unserer Mitte und zieh mit uns in das Land! Es ist ein widerspenstiges Volk, aber vergib uns unsere Schuld und unseren Ungehorsam und nimm uns als dein Volk an!«
10 Darauf sagte der HERR: »Ich schließe einen Bund mit euch und werde vor euren Augen Wunder tun, wie sie noch niemand vollbracht hat unter allen Völkern der Erde. Das ganze Volk, in dessen Mitte du stehst, soll meine Taten sehen. Furcht und Staunen erregend werden die Wunder sein, die ich für euch tun will.
11 Befolgt genau die Gebote, die ich euch heute gebe. Ich werde die Bewohner des Landes, in das ich euch führe, vor euch vertreiben, die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter.
12 Ihr dürft mit ihnen keinen Bund schließen, wenn ihr in ihr Land kommt, sonst könnten sie euch zum Verderben werden.
13 Ihr müsst ihre Altäre zerstören, die heiligen Steinmale zerschlagen und die geweihten Pfähle umhauen.
14 Ihr dürft euch vor keinem anderen Gott niederwerfen, denn ich, der HERR, bin ein leidenschaftlich liebender Gott und erwarte auch von euch ungeteilte Liebe.
15 Schließt keinen Bund mit den Bewohnern des Landes, damit ihr nicht mit ihrem Götzendienst in Berührung kommt. Lasst euch nicht zu ihren Opfermählern einladen
16 und verheiratet eure Söhne nicht mit ihren Töchtern, sonst verleiten sie eure Söhne dazu, hinter ihren Götzen herzulaufen.
17 Ihr dürft keine gegossenen Götterbilder machen.
18 Ihr sollt das Fest der Ungesäuerten Brote halten, wie ich es euch befohlen habe. Sieben Tage lang dürft ihr nur solches Brot essen, das ohne Sauerteig zubereitet ist. Feiert dieses Fest zur festgesetzten Zeit im Frühlingsmonat; denn in diesem Monat seid ihr aus Ägypten weggezogen.
19 Jede Erstgeburt gehört mir. Wenn eure Rinder, Schafe und Ziegen als erstes Junges ein männliches Tier werfen, müsst ihr es für mich aussondern.
20 Für ein erstgeborenes Eselsfohlen sollt ihr mir als Ersatz ein einjähriges Schaf oder eine einjährige Ziege geben oder ihr müsst ihm das Genick brechen. Für eure erstgeborenen Söhne sollt ihr mir ein Lösegeld geben.
Niemand soll mit leeren Händen zu meinem Heiligtum kommen.
21 Sechs Tage in der Woche sollt ihr arbeiten; aber am siebten Tag dürft ihr keine Arbeit tun. Das gilt auch für die Zeit des Pflügens und Erntens.
22 Ihr sollt das Pfingstfest feiern, wenn die Weizenernte vorüber ist, und im Herbst das Fest der Lese.
23 Dreimal im Jahr sollen alle Männer zum Heiligtum des HERRN, des Gottes Israels, kommen.
24 Ihr braucht keine Angst zu haben, dass in dieser Zeit jemand in euer Land einfällt; denn ich werde alle fremden Völker vor euch vertreiben.
25 Zum Blut eines Mahlopfers dürft ihr mir nicht Brot darbringen, das mit Sauerteig zubereitet ist. Das Fleisch des Passalamms darf nicht bis zum anderen Morgen aufbewahrt werden.
26 Die erstgeernteten Früchte eurer Felder sollt ihr in das Heiligtum des HERRN, eures Gottes, bringen.
Ihr dürft ein Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.«
27 Der HERR sagte zu Mose: »Schreib alle diese Anordnungen auf! Auf ihrer Grundlage schließe ich meinen Bund mit dir und dem Volk Israel.«
28 Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb Mose auf dem Berg beim HERRN, ohne zu essen und zu trinken. Er schrieb auf die Steintafeln die Grundregeln des Bundes zwischen Gott und seinem Volk, die Zehn Gebote.
Mose muss sein Gesicht verhüllen
29 Als Mose mit den beiden Tafeln den Berg Sinai hinabstieg, wusste er nicht, dass sein Gesicht einen strahlenden Glanz bekommen hatte, während der HERR mit ihm sprach.
30 Aaron und das ganze Volk sahen das Leuchten auf Moses Gesicht und fürchteten sich, ihm nahe zu kommen.
31 Erst als Mose sie zu sich rief, kamen Aaron und die führenden Männer der Gemeinde herbei und er redete mit ihnen.
32 Dann kamen auch die anderen Israeliten, und Mose gab ihnen alle Anordnungen weiter, die der HERR ihm auf dem Berg Sinai gegeben hatte.
33 Als Mose ihnen alles gesagt hatte, verhüllte er sein Gesicht.
34-35 Sooft er ins Zelt ging, um mit dem HERRN zu reden, nahm er die Verhüllung ab. Wenn er dann herauskam, um den Leuten von Israel zu sagen, was der HERR ihm aufgetragen hatte, musste er sein Gesicht wieder bedecken; denn die Leute konnten das Leuchten auf seinem Gesicht nicht ertragen. So hielt Mose sein Gesicht verhüllt, bis er wieder zum HERRN hineinging, um mit ihm zu reden.

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2. Mose 33

1 Der HERR sagte zu Mose: »Ihr brecht jetzt auf! Bring das Volk, das du aus Ägypten hierher geführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob mit einem Eid als Besitz für ihre Nachkommen versprochen habe,
2-3 dieses Land, das von Milch und Honig überfließt!
Ich werde einen Engel mitsenden, der vor euch hergeht, und werde die Völker im Land vor euch vertreiben, die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Aber ich selbst werde nicht mit euch ziehen. Ihr seid ein widerspenstiges Volk und ich müsste euch deshalb bestimmt unterwegs vernichten.«
4 Als die Leute das hörten, wurden sie traurig, und zum Zeichen ihrer Trauer legten alle ihren Schmuck ab.
5 Da sagte der HERR zu Mose: »Sag den Leuten von Israel: ‘Ihr seid zwar ein widerspenstiges Volk, und wenn ich auf dem Weg ins Land auch nur einen Augenblick in eurer Mitte weilen würde, müsste ich euch vernichten. Aber wenn ihr jetzt euren Schmuck für immer ablegt, will ich sehen, was ich für euch tun kann.’«
6 Da trennten sich die Leute von Israel noch am Berg Horeb von ihrem Schmuck.
Gott gewährt den Israeliten seine Nähe
7 Von da an schlug Mose jedes Mal, wenn das Volk Rast machte, außerhalb des Lagers ein Zelt auf. Er nannte es das Zelt der Begegnung mit Gott. Wer von den Leuten im Volk eine Weisung oder Entscheidung des HERRN suchte, musste dorthin gehen.
8 Immer wenn Mose zu diesem Zelt ging, standen alle auf und traten an den Eingang ihrer Zelte. Sie blickten ihm nach, bis er in dem Zelt verschwunden war.
9 Wenn Mose in das Zelt ging, kam die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen. Dann redete der HERR mit Mose.a
10 Wenn die Leute von Israel die Wolkensäule über dem Zelt stehen sahen, warfen sich alle anbetend am Eingang ihrer Zelte nieder.
11 Der HERR sprach mit Mose Auge in Auge wie ein Mensch mit einem andern. Darauf kehrte Mose ins Lager zurück. Sein Diener Josua aber, der Sohn Nuns, damals noch ein junger Mann, blieb stets als Hüter im Zelt.
Mose bittet um Gottes Mitkommen
12 Mose sagte zum HERRN: »Du befiehlst mir: ‘Führe das Volk in sein Land!’, aber du hast mir nicht gesagt, wen du mitschicken wirst. Dabei hast du mir doch versichert, dass ich in deiner Gunst stehe und dass du mich als deinen Vertrauten betrachtest.
13 Wenn das stimmt, dann bestätige es mir jetzt und sag mir, was du vorhast. Und vergiss nicht, dass diese Leute dein Volk sind!«
14 Der HERR erwiderte: »Ich werde mitgehen, du kannst ruhig sein.«
15 Mose sagte: »Wenn du nicht mitgehst, wäre es besser, du ließest uns hier bleiben.
16 Woran sollen wir denn erkennen, dass wir in deiner Gunst stehen, ich und dein Volk? Doch nur daran, dass du mit uns ziehst und uns dadurch vor allen anderen Bewohnern der Erde auszeichnest, nicht nur mich, sondern auch dein ganzes Volk!«
17 Der HERR antwortete: »Ich werde auch diese Bitte erfüllen, weil du in meiner Gunst stehst und mein Vertrauter bist.«
Mose möchte Gottes Herrlichkeit schauen
18 Nun bat Mose den HERRN: »Lass mich doch den Glanz deiner Herrlichkeit sehen!«
19 Der HERR erwiderte: »Ich werde in meiner ganzen Pracht und Hoheit an dir vorüberziehen und meinen Namen ‘der HERR’ vor dir ausrufen. Es liegt in meiner freien Entscheidung, wem ich meine Gnade erweise; es ist allein meine Sache, wem ich mein Erbarmen schenke.
20 Trotzdem darfst du mein Gesicht nicht sehen; denn niemand, der mich sieht, bleibt am Leben.«
21 Weiter sagte der HERR: »Hier auf dem Felsen neben mir kannst du stehen.
22 Wenn meine Herrlichkeit vorüberzieht, werde ich dich in einen Felsspalt stellen und dich mit meiner Hand bedecken, bis ich vorüber bin.
23 Dann werde ich meine Hand wegnehmen und du kannst mir nachschauen. Aber von vorn darf mich niemand sehen.«

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Mose 32

1 Das Volk Israel unten im Lager hatte lange auf die Rückkehr von Mose gewartet. Als er immer noch nicht kam, liefen alle Männer bei Aaron zusammen und forderten: »Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt! Denn was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten hierher geführt hat – niemand weiß es.«
2 Aaron sagte zu ihnen: »Nehmt euren Frauen, Söhnen und Töchtern die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren tragen, und bringt sie her!«
3 Alle nahmen ihre goldenen Ohrringe ab und brachten sie zu Aaron.
4 Er schmolz sie ein, goss das Gold in eine Form und machte daraus das Standbild eines Jungstiers.
Da riefen alle: »Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten hierher geführt hat!«
5 Aaron errichtete vor dem goldenen Stierbild einen Altar und ließ im Lager bekannt machen: »Morgen feiern wir ein Fest für den HERRN!«
6 Früh am nächsten Morgen brachten die Leute Tiere, die als Brandopfer dargebracht oder für das Opfermahl geschlachtet wurden. Sie setzten sich zum Essen und Trinken nieder und danach begannen sie einen wilden Tanz.
7 Da sagte der HERR zu Mose: »Steig schnell hinunter! Dein Volk, das du aus Ägypten hierher geführt hast, läuft ins Verderben.
8 Sie sind sehr schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen mit meinen Geboten gewiesen habe: Ein gegossenes Kalb haben sie sich gemacht, sie haben es angebetet und ihm Opfer dargebracht und gerufen: ‘Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten hierher geführt hat!’«
Mose tritt bei Gott für sein Volk ein
9 Weiter sagte der HERR zu Mose: »Ich habe erkannt, dass dies ein widerspenstiges Volk ist.
10 Deshalb will ich meinen Zorn über sie ausschütten und sie vernichten. Versuche nicht, mich davon abzubringen! Mit dir will ich neu beginnen und deine Nachkommen zu einem großen Volk machen.«
11 Mose aber suchte den HERRN, seinen Gott, umzustimmen und sagte: »Ach HERR, warum willst du deinen Zorn über dein Volk ausschütten, das du eben erst mit starker Hand aus Ägypten herausgeführt hast?
12 Du willst doch nicht, dass die Ägypter von dir sagen: ‘Er hat sie nur herausgeführt, um sie dort am Berg zu töten und völlig vom Erdboden auszurotten!’ Lass ab von deinem Zorn, lass dir das Unheil Leid tun, das du über dein Volk bringen willst!
13 Denk doch an Abraham, Isaak und Jakob,A die dir treu gedient haben und denen du mit einem feierlichen Eid versprochen hast: ‘Ich will eure Nachkommen so zahlreich machen wie die Sterne am Himmel; ich will ihnen das ganze Land, von dem ich zu euch gesprochen habe, für immer zum Besitz geben.’«
14 Da sah der HERR davon ab, seine Drohung wahr zu machen, und vernichtete sein Volk nicht.
Mose zerbricht die Bundestafeln
15-16 Mose stieg den Berg hinunter. In der Hand hatte er die zwei Steintafeln, die auf beiden Seiten beschrieben waren. Gott selbst hatte die Tafeln gemacht und mit eigener Hand das Bundesgesetz darauf geschrieben.
17 Als Josua das Lärmen und Schreien im Lager hörte, sagte er zu Mose: »Es ist Krieg ausgebrochen!«
18 »Nein«, widersprach Mose, »das hört sich nicht an wie Siegesjubel und auch nicht wie das Klagegeschrei nach einer Niederlage. Ich höre Festgesang!«
19 Als Mose näher kam, sah er das Stierbild und das wild tanzende Volk. Da packte ihn der Zorn und er zerschmetterte die Tafeln auf dem Felsboden am Fuß des Berges.
20 Das Götterbild, das sie gemacht hatten, schmolz er ein und zerstampfte es dann zu Pulver. Das Pulver vermischte er mit Wasser und gab es den Leuten von Israel zu trinken.
21 Zu Aaron aber sagte er: »Was hat dir das Volk getan, dass du es in so schwere Schuld gestürzt hast?«
22 Aaron erwiderte: »Sei nur nicht zornig! Du weißt doch, wie sehr das Volk zum Bösen neigt.
23 Sie drängten mich: ‘Mach uns einen Gott, der uns schützt und führt! Denn was aus diesem Mose geworden ist, der uns aus Ägypten hierher geführt hat – niemand weiß es.’
24 Da sagte ich zu ihnen: ‘Wer goldenen Schmuck hat, soll ihn herbringen!’ Sie gaben mir das Gold, ich warf es ins Feuer und herausgekommen ist dieser Stier!«
Bestrafung der Israeliten und Fürbitte Moses
25 Mose sah, dass das Volk zügellos geworden war; denn Aaron hatte die Zügel schleifen lassen, zur Schadenfreude ihrer Feinde.
26 Darum stellte Mose sich ans Lagertor und rief: »Her zu mir, wer zum HERRN hält!«
Alle Leviten sammelten sich um ihna
27 und er sagte zu ihnen: »So spricht der HERR, der Gott Israels: ‘Nehmt euer Schwert und geht durch das ganze Lager, von einem Tor zum andern! Tötet alle, die schuldig geworden sind, selbst eure Brüder, Verwandten und Freunde!’«
28 Die Leviten führten den Befehl aus und töteten an jenem Tag dreitausend Mann.
29 Darauf sagte Mose zu den Leviten: »Weiht euch heute zum Priesterdienst für den HERRN! Weder Sohn noch Bruder habt ihr geschont, darum wird der HERR seinen Segen auf euch legen.«
30 Am folgenden Tag sagte Mose zum Volk: »Ihr habt schwere Schuld auf euch geladen. Darum will ich jetzt zum HERRN hinaufsteigen. Vielleicht kann ich erreichen, dass er euch die Schuld vergibt.«
31 Mose kehrte zum HERRN zurück und sagte: »Ach Herr, das Volk hat sich schwer gegen dich vergangen! Einen Gott aus Gold haben sie gemacht.
32 Vergib doch ihre Schuld! Wenn nicht, dann streiche meinen Namen aus dem Buch, in dem die Namen der Deinen eingetragen sind.«
33 Der HERR aber sagte: »Ich streiche nur den Namen dessen aus meinem Buch, der sich gegen mich vergangen hat.
34 Geh jetzt und führe das Volk an den Ort, den ich dir gesagt habe. Mein Engel wird vor dir hergehen. Wenn die Zeit gekommen ist, werde ich dieses Volk für seine Verfehlung bestrafen.«
35 Der HERR aber ließ eine Seuche unter den Israeliten wüten, weil sie Aaron dazu verleitet hatten, für sie das Götzenbild zu machen.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

2. Mose 31

1 Dann sagte der HERR zu Mose:
2 »Ich habe Bezalel, den Sohn von Uri und Enkel von Hur vom Stamm Juda, dazu berufen, alle diese Arbeiten auszuführen.
3 Ich habe ihn mit meinem Geist erfüllt, ihm Weisheit und Einsicht gegeben und ihn zu jeder künstlerischen Tätigkeit befähigt.
4 Er kann Bilder und Gegenstände entwerfen und sie in Gold, Silber oder Bronze ausführen;
5 er kann Edelsteine schneiden und fassen und Holz kunstvoll bearbeiten; in jeder künstlerischen Technik ist er erfahren.
6 Ihm zur Seite stelle ich Oholiab, den Sohn Ahisamachs vom Stamm Dan, und zu ihren Helfern bestimme ich alle kunstfertigen Handwerker in Israel.
Ich habe sie dazu befähigt, alles herzustellen, was ich angeordnet habe:
7-11 das Heilige Zelt, die Lade für das Bundesgesetz mit ihrer Deckplatte, den Tisch für die geweihten Brote mit seinen Geräten, den Leuchter mit allem Zubehör, den Räucher- und den Brandopferaltar mit allen Geräten, das Wasserbecken mit seinem Untersatz, die Priesterkleidung für Aaron und seine Söhne, das Salböl und die Weihrauchmischung für den Gebrauch im Heiligtum. Sie sollen alles genau so ausführen, wie ich es dir befohlen habe.«
12-13 Abschließend ließ der HERR dem Volk Israel durch Mose sagen: »Beachtet bei all diesen Arbeiten stets meinen Ruhetag! Ich habe den Sabbat eingesetzt als Zeichen für den Bund zwischen mir und euch in allen kommenden Generationen. Daran sollen alle anderen erkennen, dass ich der HERR bin, der euch als sein heiliges Volk ausgesondert hat.
14-15 Beachtet also den Sabbat! Er soll euch ein heiliger Tag sein. Sechs Tage in der Woche sollt ihr eure Arbeit tun. Der siebte Tag aber ist der Ruhetag, der mir gehört. Wer an diesem Tag irgendeine Arbeit tut und ihn dadurch entweiht, muss mit dem Tod bestraft werden. Ein solcher Mensch hat sein Leben verwirkt und soll aus seinem Volk ausgerottet werden.
16-17 Dies soll für euch in alle Zukunft ein unverbrüchliches Gesetz sein. Für alle Zeiten ist der Sabbat ein Zeichen des Bundes zwischen mir und dem Volk Israel. Denn in sechs Tagen habe ich Himmel und Erde geschaffen, aber am siebten Tag habe ich geruht und mich von meiner Arbeit erholt.«
18 Nachdem der HERR zu Ende gesprochen hatte, übergab er Mose auf dem Berg Sinai die beiden Steintafeln, auf die er selbst das Bundesgesetz geschrieben hatte.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

Erneuert durch sein Wort