Erneuert durch sein Wort

1. Mose 42

1 Als Jakob erfuhr, dass es in Ägypten Getreide zu kaufen gab, sagte er zu seinen Söhnen: »Was steht ihr da und schaut einander an?
2 Ich habe gehört, dass es in Ägypten Getreide gibt. Reist hin und kauft uns welches, sonst werden wir noch verhungern!«
3 Da reisten die zehn Brüder Josefs nach Ägypten,
4 nur Benjamin, den zweiten Sohn Rahels, behielt sein Vater zu Hause. Denn er dachte: »Es könnte ihm unterwegs etwas zustoßen!«
5 Weil im Land Kanaan Hungersnot herrschte, zogen viele den gleichen Weg. Mit ihnen kamen die Söhne Jakobs nach Ägypten.
6 Josef war der Machthaber im Land; wer Getreide kaufen wollte, musste zu ihm gehen. Als nun seine Brüder hereinkamen und sich vor ihm zu Boden warfen,
7 erkannte er sie sofort. Er ließ sich aber nichts anmerken und behandelte sie wie Fremde.
»Woher kommt ihr?«, fragte er sie streng.
»Wir kommen aus dem Land Kanaan«, antworteten sie, »wir möchten Getreide kaufen.«
8 Die Brüder erkannten Josef nicht, aber er wusste genau Bescheid.
9 Er musste daran denken, was er einst in seiner Jugend von ihnen geträumt hatte, und er fuhr sie an: »Spione seid ihr! Ihr wollt erkunden, wo das Land ungeschützt ist.«
10 »Nein, nein, Herr!«, riefen sie. »Wir sind nur hierher gekommen, um Getreide zu kaufen.
11 Wir alle sind Söhne eines Vaters, ehrliche Leute! Wir sind keine Spione!«
12 Aber Josef blieb hart: »Das ist nicht wahr«, sagte er, »ihr wollt erkunden, wo das Land ungeschützt ist.«
13 Sie verteidigten sich: »Wir sind zwölf Brüder, deine ergebenen Diener, Söhne eines Mannes im Land Kanaan. Der Jüngste blieb bei unserem Vater, und einer ist tot.«
14 Doch Josef sagte: »Ich bleibe dabei: Ihr seid Spione!
15 Ich werde eure Behauptung prüfen: Euer jüngster Bruder muss her; sonst kommt ihr nie mehr nach Hause. Das schwöre ich beim Pharao!
16 Einer von euch soll euren Bruder holen; ihr anderen bleibt solange gefangen. Dann wird man sehen, ob ihr die Wahrheit gesagt habt. Aber beim Pharao: Ihr seid ja doch Spione!«
17 Josef ließ sie für drei Tage ins Gefängnis bringen.
18 Am dritten Tag sagte er zu ihnen: »Tut, was ich euch sage, dann bleibt ihr am Leben. Auch ich ehre Gott.
19 Wenn ihr wirklich ehrliche Leute seid, dann lasst mir einen von euch als Geisel im Gefängnis zurück. Ihr anderen zieht nach Hause und bringt euren hungernden Familien Getreide.
20 Aber schafft mir euren jüngsten Bruder her! Dann will ich euch glauben und ihr müsst nicht sterben.«
Die Brüder waren einverstanden.
21 Sie sagten zueinander: »Das ist die Strafe für das, was wir unserem Bruder angetan haben. Seine Todesangst ließ uns ungerührt. Er flehte uns um Erbarmen an, aber wir hörten nicht darauf. Dafür müssen wir nun selbst solche Angst ausstehen.«
22 Ruben erinnerte die anderen: »Ihr wolltet ja nicht hören, als ich zu euch sagte: ‘Vergreift euch nicht an dem Jungen!’ Jetzt werden wir für seinen Tod zur Rechenschaft gezogen!«
23 Weil Josef sich mit ihnen durch einen Dolmetscher verständigte, ahnten sie nicht, dass er alles verstand.
24 Die Tränen kamen ihm und er musste sich abwenden. Als er wieder sprechen konnte, ließ er Simeon festnehmen und vor ihren Augen fesseln.
25 Dann befahl er seinen Leuten, die Säcke der Brüder mit Getreide zu füllen und jedem das Geld, mit dem er bezahlt hatte, wieder oben in den Sack zu legen. Er ließ ihnen auch noch Verpflegung für die Reise mitgeben.
Als das geschehen war,
26 luden die Brüder ihre Säcke auf die Esel und machten sich auf den Heimweg.
27 Am Abend öffnete einer von ihnen in der Herberge seinen Sack, um seinen Esel zu füttern. Da sah er obenauf sein Geld liegen.
28 »Mein Geld ist zurückgekommen!«, berichtete er seinen Brüdern. »Hier ist es, in meinem Sack!« Sie erschraken. Ganz niedergeschlagen sahen sie einander an und sagten: »Warum hat Gott uns das angetan?«
29 Als sie zu ihrem Vater Jakob nach Kanaan kamen, berichteten sie ihm alles, was sie erlebt hatten.
30 »Der Mann, der in Ägypten die Macht hat, empfing uns sehr ungnädig«, erzählten sie. »Wir seien Spione, sagte er.
31 Wir wehrten uns und sagten: ‘Wir sind ehrliche Leute und keine Spione,
32 zwölf Brüder sind wir; einer von uns ist tot, und der Jüngste ist bei unserem Vater im Land Kanaan geblieben.’
33 Da sagte er: ‘Ich werde sehen, ob ihr ehrliche Leute seid. Einer von euch bleibt hier bei mir; ihr anderen nehmt Getreide, damit eure Familien nicht hungern müssen, und zieht nach Hause.
34 Aber schafft mir euren jüngsten Bruder her! Daran werde ich erkennen, dass ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute. Dann gebe ich auch euren anderen Bruder wieder frei und ihr dürft euch ungehindert im Land bewegen.’«
35 Als sie die Säcke leeren wollten, fand jeder seinen Geldbeutel oben im Sack. Jakob stand dabei, und alle erschraken.
36 Ihr Vater Jakob sagte: »Ihr raubt mir meine Kinder! Josef ist weg, Simeon ist weg, und jetzt wollt ihr mir auch noch Benjamin nehmen. Nichts bleibt mir erspart!«
37 Da sagte Ruben zu seinem Vater: »Wenn ich Benjamin nicht gesund zurückbringe, darfst du dafür meine beiden Söhne töten. Vertraue ihn mir an! Ich bringe ihn dir bestimmt wieder zurück.«
38 Aber Jakob sagte: »Mein Sohn Benjamin wird nicht mit euch gehen! Sein Bruder Josef ist tot, er ist der Letzte von den Söhnen Rahels. Ich bin ein alter Mann; wenn ihm unterwegs etwas zustößt – der Kummer würde mich ins Grab bringen!«

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 41

1 Zwei volle Jahre waren vergangen, da hatte der Pharao einen Traum. In dem Traum stand er am Ufer des Nils,
2 und er sah: Aus dem Nil stiegen sieben schöne, wohlgenährte Kühe und weideten in dem Gras, das am Ufer wuchs.
3 Danach sah er sieben andere Kühe aus dem Nil steigen, hässlich und mager, die stellten sich neben sie.
4 Und die mageren Kühe fielen über die fetten her und fraßen sie auf.
Der Pharao wachte auf
5 und schlief noch einmal ein. Wieder hatte er einen Traum, und er sah: Auf einem einzigen Halm wuchsen sieben dicke, volle Ähren.
6 Nach ihnen wuchsen sieben andere Ähren auf, die blieben kümmerlich und waren vom Ostwind ausgedörrt.
7 Und die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben dicken, vollen Ähren.
Da erwachte der Pharao und merkte, dass es ein Traum gewesen war.
8 Am Morgen war er sehr beunruhigt und ließ alle Gelehrten und Wahrsager Ägyptens rufen. Er erzählte ihnen, was er geträumt hatte, aber keiner von ihnen konnte ihm sagen, was es bedeuten sollte.
9 Da wandte sich der oberste Mundschenk an den Pharao und sagte: »Ich muss den Pharao heute an meine früheren Verfehlungen erinnern.
10 Mein Herr, der Pharao, war unzufrieden mit seinen Dienern, mit mir und mit dem obersten Bäcker, und ließ uns im Haus des Befehlshabers der Leibwache gefangen halten.
11 Dort hatte einmal jeder von uns beiden einen Traum, der für ihn wichtig war, in derselben Nacht.
12 Nun hatten wir im Gefängnis als Diener einen jungen Hebräer, einen Sklaven des Befehlshabers der Leibwache; dem erzählten wir unsere Träume, und er erklärte jedem, was sein Traum bedeutete.
13 Und es ist alles genauso eingetroffen, wie er es vorausgesagt hatte: Ich wurde wieder in mein Amt eingesetzt und der andere wurde gehängt.«
14 Sofort sandte der Pharao nach Josef und sie holten ihn aus dem Kerker. Er ließ sich die Haare schneiden, zog seine guten Kleider an und trat vor den Pharao.
15 Der sagte zu ihm: »Ich habe etwas geträumt, und niemand kann mir sagen, was es bedeutet. Man hat mir gesagt, dass du jeden Traum auf der Stelle deuten kannst.«
16 »Nicht ich!«, erwiderte Josef. »Die Antwort kommt von Gott, und er wird dem Pharao bestimmt etwas Gutes ankündigen.«
17 Da erzählte der Pharao: »In meinem Traum stand ich am Nil
18 und sah sieben schöne, wohlgenährte Kühe aus dem Wasser steigen und im Ufergras weiden.
19 Und dann stiegen sieben andere Kühe heraus, ganz elend und bis auf die Knochen abgemagert; ich habe in ganz Ägypten noch nie so hässliche gesehen.
20 Die mageren Kühe fraßen die fetten;
21 aber es half ihnen nichts, sie blieben so dürr und hässlich wie zuvor. Da wachte ich auf.
22 Dann hatte ich einen zweiten Traum: Ich sah, wie auf einem einzigen Halm sieben prächtige, volle Ähren wuchsen.
23 Danach sah ich sieben schwache, kümmerliche Ähren aufwachsen, ganz vom Ostwind ausgedörrt.
24 Und die kümmerlichen Ähren verschlangen die sieben vollen.
Ich habe es schon den Wahrsagern erzählt«, schloss der Pharao, »aber keiner konnte mir sagen, was es bedeutet.«
25 Da antwortete Josef: »Gott hat dem Pharao im Traum gezeigt, was er vorhat. Beide Träume bedeuten dasselbe;
26 es ist eigentlich ein einziger Traum. Die sieben fetten Kühe und die sieben prächtigen Ähren bedeuten sieben fruchtbare Jahre.
27 Die sieben mageren, hässlichen Kühe und die sieben kümmerlichen, vertrockneten Ähren bedeuten ebenso viele Hungerjahre.
28 Ich habe es schon gesagt: Damit will Gott dem Pharao ankündigen, was er in Kürze geschehen lässt.
29 In den nächsten sieben Jahren wird in ganz Ägypten Überfluss herrschen.
30-31 Aber dann kommen sieben Hungerjahre, da wird es mit dem Überfluss vorbei sein; man wird nichts mehr davon merken, und drückende Hungersnot wird im Land herrschen.
32 Dass der Pharao zweimal das Gleiche geträumt hat, bedeutet: Gott ist fest entschlossen, seinen Plan unverzüglich auszuführen.
33 Darum rate ich dem Pharao, einen klugen, einsichtigen Mann zu suchen und ihm Vollmacht über ganz Ägypten zu geben.
34 Der Pharao sollte in den kommenden guten Jahren den fünften Teil der Ernte als Abgabe erheben. Er sollte dafür Beamte einsetzen,
35 die unter der Aufsicht des Pharaos das Getreide in den Städten sammeln und speichern.
36 Dann ist ein Vorrat da für die sieben schlechten Jahre, und das Volk im ganzen Land Ägypten wird nicht vor Hunger zugrunde gehen.«
37 Der Pharao fand den Vorschlag gut, und alle seine Berater ebenso.
38 Er sagte zu den Beratern: »In diesem Mann ist der Geist Gottes. So einen finden wir nicht noch einmal.«
39 Zu Josef sagte er: »Gott hat dir dies alles enthüllt. Daran erkenne ich, dass keiner so klug und einsichtig ist wie du.
40 Du sollst mein Stellvertreter sein und mein ganzes Volk soll deinen Anordnungen gehorchen. Nur die Königswürde will ich dir voraushaben.
41 Ich gebe dir die Vollmacht über ganz Ägypten.«
42 Mit diesen Worten zog er seinen Siegelring vom Finger und steckte ihn Josef an. Dann ließ er ihn in feinstes Leinen kleiden und legte ihm eine goldene Halskette um.
43 Er ließ ihn den Wagen besteigen, der für den Stellvertreter des Königs bestimmt war, und die Läufer, die vor ihm her den Weg bahnten, riefen den Leuten zu: »Abrek! Aus dem Weg!«
So machte der Pharao Josef zum Herrn über ganz Ägypten.
44 »Ich bin und bleibe der Pharao«, sagte er zu ihm, »aber ohne deine Erlaubnis darf niemand im ganzen Land auch nur die Hand oder den Fuß bewegen.«
45 Er verlieh Josef den Namen Zafenat-Paneach und gab ihm Asenat, die Tochter des Priesters Potifera von On, zur Frau. So wurde Josef Herr über ganz Ägypten.
46 Er war 30 Jahre alt, als er vor dem Pharao, dem König von Ägypten, stand.
Josef bereiste sofort das ganze Land.
47 Es begannen jetzt die sieben fruchtbaren Jahre und die Felder brachten einen überreichen Ertrag.
48 Josef ließ während dieser Jahre alles Getreide, das geerntet wurde, in die Städte bringen, in jede Stadt den Ertrag der Felder, die in ihrer Umgebung lagen.
49 In den Speichern häufte sich das Getreide wie der Sand am Meer. Josef musste schließlich darauf verzichten, es abmessen zu lassen, weil es jedes Maß überstieg.
50 Noch ehe die Hungerjahre begannen, gebar Asenat dem Josef zwei Söhne.
51 »Gott hat mich alle Not und den Verlust meiner Familie vergessen lassen«, sagte er und nannte den Erstgeborenen Manasse.
52 Den zweiten nannte er Efraïm, denn er sagte: »Gott hat mir im Land meines Unglücks Kinder geschenkt.«
53 Als die sieben reichen Jahre vorüber waren,
54 brachen die Hungerjahre an, genau wie Josef es vorausgesagt hatte.
In allen Ländern rings um Ägypten herrschte Hungersnot, nur in Ägypten gab es Vorräte.
55 Aber auch dort hungerten die Menschen und verlangten vom Pharao Brot. Da ließ der Pharao im ganzen Land verkünden: »Wenn ihr Brot wollt, dann wendet euch an Josef und tut, was er euch sagt.«
56 Die Not wurde immer drückender. Josef ließ alle Kornspeicher öffnen und verkaufte den Ägyptern Getreide. Denn die Hungersnot war drückend im ganzen Land und ebenso in allen anderen Ländern.
57 Deshalb kamen Leute aus aller Welt nach Ägypten zu Josef, um Getreide zu kaufen; denn überall herrschte Hungersnot.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

Fotostory zu Genesis 40

Wir als Jugend in Bensberg (http://www.gl-7.de) fanden das Kapitel so cool, dass wir eine Fotostory darüber gemacht haben, die wir heute in unserer Gemeinde präsentieren konnten. – Die Leute waren begeistert. ;)

1. Mose 40

1-2 Bald danach ließen sich zwei höhere Beamte des Pharaos etwas gegen den Pharao zuschulden kommen, der oberste Mundschenk und der oberste Bäcker. Ihr Herr, der Pharao, wurde zornig auf sie
3 und ließ sie im Haus des Befehlshabers seiner Leibwache in Haft halten, in dem Gefängnis, in dem auch Josef war.
4 Der Befehlshaber der Leibwache teilte ihnen Josef als Diener zu.
Nach einiger Zeit
5 hatte jeder der beiden in der Nacht einen Traum, der für ihn von Bedeutung war.
6 Als Josef am Morgen bei ihnen eintrat, sah er gleich, dass sie in schlechter Stimmung waren.
7 »Warum lasst ihr heute den Kopf hängen?«, fragte er sie.
8 »Wir haben geträumt«, antworteten sie, »und hier im Gefängnis haben wir keinen Traumdeuter, der uns sagen kann, was es bedeutet.«
Josef sagte: »Träume zu deuten ist Gottes Sache. Erzählt mir doch einmal, was ihr geträumt habt!«
9 Zuerst erzählte der oberste Mundschenk seinen Traum: »Ich sah vor mir einen Weinstock,
10 und an dem Weinstock waren drei Ranken. Der Saft stieg in die Knospen, sie blühten auf, und schon reiften die Trauben.
11 Ich hatte den Becher des Pharaos in der Hand. Ich nahm die Trauben, presste sie über dem Becher aus und reichte den Becher dem Pharao.«
12 Josef sagte: »Hier ist die Deutung: Die drei Ranken sind drei Tage.
13 Heute in drei Tagen wird der Pharao dich erhöhen und dich wieder in dein Amt einsetzen. Dann wirst du wieder wie früher sein Mundschenk sein und ihm den Becher reichen.
14 Aber vergiss mich nicht, wenn es dir gut geht! Tu mir den Gefallen und empfiehl mich dem Pharao! Bring mich aus diesem Kerker heraus!
15 Man hat mich aus dem Land der Hebräer entführt, und auch hier in Ägypten habe ich nichts Unrechtes getan. Ich bin ohne jede Schuld in diesem Loch.«
16 Als der oberste Bäcker sah, dass Josef dem Traum eine günstige Deutung gegeben hatte, sagte er: »Auch ich hatte einen Traum, in dem ich selber vorkam! Auf dem Kopf trug ich drei Körbe mit Gebäck, einen über dem andern.
17 Im obersten lagen Backwaren für die Tafel des Pharaos. Da kamen Vögel und fraßen den Korb leer.«
18 Josef sagte: »Hier ist die Deutung: Die drei Körbe sind drei Tage.
19 Heute in drei Tagen wird der Pharao dich erhöhen und an einen Baum hängen. Dann werden die Vögel dein Fleisch fressen.«
20 Drei Tage später feierte der Pharao seinen Geburtstag. Er lud alle seine Hofbeamten zu einem Festmahl ein. Da erhöhte er den obersten Mundschenk und den obersten Bäcker vor ihnen allen:
21 Den einen setzte er wieder in sein Amt ein und er durfte ihm den Becher reichen,
22 den andern ließ er hängen, genau wie Josef es vorausgesagt hatte.
23 Aber der oberste Mundschenk dachte nicht an Josef; er hatte ihn schon vergessen.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 39

1 Josef war von den ismaëlitischen Kaufleuten nach Ägypten gebracht worden. Ein Mann namens Potifar, ein Hofbeamter des Pharaos, der Befehlshaber der königlichen Leibwache, kaufte ihn den Ismaëlitern ab.
2 Josef wurde in seinem Haus beschäftigt. Gott aber half ihm, sodass ihm alles glückte, was er tat.
3 Weil der Ägypter sah, dass Gott Josef beistand und ihm alles gelingen ließ,
4 fand Josef seine Gunst. Er machte ihn zu seinem persönlichen Diener, übergab ihm sogar die Aufsicht über sein Hauswesen und vertraute ihm die Verwaltung seines ganzen Besitzes an.
5 Von diesem Zeitpunkt an lag der Segen Gottes auf Potifar; Josef zuliebe ließ Gott im Haus und auf den Feldern alles gedeihen.
6 Sein Herr überließ Josef alles und kümmerte sich zu Hause um nichts mehr außer um sein eigenes Essen.
Josef war ein ausnehmend schöner Mann.
7 So kam es, dass Potifars Frau ein Auge auf ihn warf. Eines Tages forderte sie ihn auf: »Komm mit mir ins Bett!«
8 Josef wies sie ab: »Mein Herr hat mir seinen ganzen Besitz anvertraut und kümmert sich selbst um nichts mehr in seinem Haus.
9 Er gilt hier nicht mehr als ich. Nichts hat er mir vorenthalten außer dich, seine Frau! Wie könnte ich da ein so großes Unrecht begehen und mich gegen Gott versündigen?«
10 Tag für Tag redete sie auf Josef ein, aber er gab ihr nicht nach.
11 Einmal hatte Josef im Haus zu tun; niemand von der Dienerschaft war gerade in der Nähe.
12 Da hielt sie ihn an seinem Gewand fest und sagte: »Komm jetzt mit ins Bett!« Er riss sich los und lief hinaus; das Gewand blieb in ihrer Hand zurück.
13 Als sie merkte, dass Josef fort war und sie sein Gewand in der Hand hielt,
14 rief sie die Dienerschaft herbei und sagte: »Seht euch das an! Mein Mann hat uns diesen Hebräer ins Haus gebracht, der nun seinen Mutwillen mit uns treibt. Er drang bei mir ein und wollte mit mir ins Bett. Da habe ich laut geschrien.
15 Und als er mich schreien hörte, ließ er sein Gewand neben mir liegen und rannte davon.«
16 Sie legte Josefs Gewand neben sich und wartete, bis ihr Mann nach Hause kam.
17 Auch zu ihm sagte sie: »Dein hebräischer Knecht, den du ins Haus gebracht hast, drang bei mir ein und wollte sein Spiel mit mir treiben;
18 und als ich laut zu schreien anfing, ließ er sein Gewand neben mir liegen und rannte davon.«
19 Als Potifar das hörte, packte ihn der Zorn.
20a Er ließ Josef festnehmen und in das königliche Gefängnis bringen.
20b Josef war nun also im Gefängnis.
21 Aber der HERR in seiner Treue stand ihm bei. Er verschaffte ihm die Gunst des Gefängnisverwalters.
22 Der Verwalter übertrug Josef die Aufsicht über alle anderen Gefangenen, und alle Arbeiten im Gefängnis geschahen unter Josefs Leitung.
23 Der Verwalter vertraute ihm völlig und gab ihm freie Hand; denn er sah, dass der HERR ihm beistand und alles gelingen ließ, was er tat.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 38

1 Um diese Zeit trennte sich Juda von seinen Brüdern und zog hinunter ins Hügelland. Er wohnte in Adullam bei einem Mann namens Hira.
2 Dort sah er die Tochter des Kanaaniters Schua und heiratete sie.
3 Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn, dem er den Namen Er gab.
4 Dann wurde sie wieder schwanger und gebar einen zweiten Sohn; den nannte sie Onan.
5 Und den dritten Sohn nannte sie Schela. Als dieser geboren wurde, war Juda gerade in Kesib.
6 Juda verheiratete Er, seinen erstgeborenen Sohn, mit einer Frau namens Tamar.
7 Aber sein Erstgeborener tat, was dem HERRN missfällt, und der HERR ließ ihn sterben.
8 Da sagte Juda zu Onan: »Dein Bruder hat deine Schwägerin kinderlos hinterlassen. Du bist verpflichtet, für deinen Bruder einen Sohn zu zeugen, damit sein Geschlecht nicht ausstirbt.«
9 Onan war es klar, dass das Kind nicht ihm gehören würde. Deshalb ließ er jedes Mal, wenn er mit Tamar schlief, seinen Samen auf die Erde fallen, um seinem Bruder keine Nachkommen zu verschaffen.
10 Das missfiel dem HERRN und er ließ auch Onan sterben.
11 Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: »Bleib jetzt als Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela alt genug ist.« In Wahrheit aber dachte er: »Ich will nicht auch noch den letzten Sohn verlieren.« So kehrte Tamar ins Haus ihres Vaters zurück und blieb dort.
12 Nach einiger Zeit starb Judas Frau, die Tochter Schuas. Als die Trauerzeit vorüber war, ging Juda mit seinem Freund Hira auf die Berge nach Timna, um nach den Männern zu sehen, die gerade seine Schafe schoren.
13 Als Tamar hörte, dass ihr Schwiegervater auf dem Weg nach Timna war,
14 legte sie ihre Witwenkleider ab, verhüllte ihr Gesicht mit einem Schleier und setzte sich an die Straße nach Timna, dort, wo der Weg nach Enajim abzweigt. Sie hatte genau gemerkt, dass Schela inzwischen erwachsen war und Juda nicht von ferne daran dachte, sie nun seinem Sohn zur Frau zu geben.
15 Als Juda sie verschleiert am Wegrand sitzen sah, hielt er sie für eine Prostituierte.
16 Er ging zu ihr hin und sagte: »Lass mich mit dir schlafen.« Er wusste ja nicht, dass es seine Schwiegertochter war.
»Was gibst du mir dafür?«, fragte sie.
17 Er sagte: »Ich schicke dir ein Ziegenböckchen von meiner Herde.«
»Gut, aber du musst mir ein Pfand dalassen.«
18 »Was soll es sein?«
»Das Band mit deinem Siegelring und der geschnitzte Stock in deiner Hand.«
Juda gab ihr, was sie wollte. Dann schlief er mit ihr und sie wurde schwanger.
19 Sie ging wieder weg, legte den Schleier ab und zog ihre Witwenkleider an.
20 Juda schickte seinen Freund aus Adullam mit dem Ziegenböckchen, um die Pfänder einzulösen. Aber die Frau war nicht mehr zu finden.
21 Der Freund fragte die Leute aus Enajim: »Wo ist denn die geweihte Frau, die hier an der Straße saß?«
Sie sagten: »Hier gibt es keine geweihte Frau.«
22 Er kehrte zu Juda zurück und berichtete ihm: »Ich habe sie nicht gefunden, und auch die Leute dort erinnern sich nicht an eine solche Frau.«
23 »Soll sie die Sachen behalten«, sagte Juda. »Wenn wir weiter nachforschen, komme ich noch ins Gerede. Ich habe mein Versprechen gehalten, aber du hast sie nicht gefunden.«
24 Nach etwa drei Monaten bekam Juda die Nachricht: »Deine Schwiegertochter Tamar hat Hurerei getrieben und ist davon schwanger geworden!«
»Führt sie vor das Dorf!«, befahl Juda. »Sie muss verbrannt werden.«
25 Als man sie hinausführen wollte, schickte Tamar ihrem Schwiegervater die Pfänder und ließ ihm sagen: »Sieh dir einmal den Siegelring und den Stock da an! Von dem Mann, dem das gehört, bin ich schwanger.«
26 Juda sah sich die Sachen genau an und sagte dann: »Sie ist im Recht, die Schuld liegt bei mir. Ich hätte sie meinem Sohn Schela zur Frau geben müssen.«
Er nahm sie in sein Haus, schlief aber nicht wieder mit ihr.
27 Als für Tamar die Zeit der Entbindung kam, zeigte es sich, dass sie Zwillinge hatte.
28 Während der Geburt streckte der eine seine Hand heraus. Die Hebamme band einen roten Faden um das Handgelenk und sagte: »Der ist der Erstgeborene.«
29 Er zog seine Hand aber wieder zurück und sein Bruder kam zuerst heraus. Die Hebamme sagte: »Mit was für einem Riss hast du dir den Vortritt erzwungen!« Deshalb nannte man ihn Perez.
30 Erst dann kam der mit dem roten Faden heraus; ihn nannte man Serach.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 37

1 Jakob nahm seinen Wohnsitz im Land Kanaan, dem Land, in dem schon sein Vater als Fremder gelebt hatte.
2 Dies ist die Familiengeschichte Jakobs:
Jakobs Sohn Josef war noch ein junger Bursche von siebzehn Jahren. Er half seinen Brüdern, den Söhnen von Bilha und Silpa, beim Hüten der Schafe und Ziegen. Er hinterbrachte seinem Vater immer, was die Leute sich von dem Treiben seiner Brüder erzählten.
3 Jakob hatte Josef von allen seinen Söhnen am liebsten, weil er ihm erst im Alter geboren worden war. Deshalb ließ er ihm ein prächtiges Gewand machen.
4 Als seine Brüder sahen, dass der Vater ihn mehr liebte als sie alle, begannen sie ihn zu hassen und konnten kein freundliches Wort mehr mit ihm reden.
5 Einmal hatte Josef einen Traum. Als er ihn seinen Brüdern erzählte, wurde ihr Hass noch größer.
6 »Ich will euch sagen, was ich geträumt habe«, fing Josef an.
7 »Wir waren miteinander auf dem Feld, schnitten Getreide und banden es in Garben. Auf einmal stellt sich meine Garbe auf und bleibt stehen. Und eure Garben, die stellen sich im Kreis um sie herum und verneigen sich vor meiner.«
8 Seine Brüder sagten zu ihm: »Du willst wohl noch König werden und über uns herrschen?« Wegen seiner Träume und weil er sie so offen erzählte, hassten ihn seine Brüder noch mehr.
9 Er hatte nämlich noch einen anderen Traum, und auch den erzählte er ihnen. »Ich habe noch einmal geträumt«, sagte er. »Ich sah die Sonne, den Mond und elf Sterne. Stellt euch vor: Die alle verneigten sich vor mir.«
10 Als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, fuhr sein Vater ihn an und sagte: »Was ist das für ein dummer Traum, den du da geträumt hast? Ich und deine Mutter und deine Brüder, wir alle sollen uns vor dir niederwerfen?«
11 Die Brüder waren eifersüchtig auf Josef; aber sein Vater behielt die Sache im Gedächtnis.
12 Einmal waren Josefs Brüder unterwegs; sie weideten die Schafe und Ziegen ihres Vaters in der Nähe von Sichem.
13 Da sagte Jakob zu Josef: »Du weißt, deine Brüder sind mit den Herden bei Sichem. Ich will dich zu ihnen schicken.«
»Ich bin bereit«, antwortete Josef.
14 Sein Vater gab ihm den Auftrag: »Geh hin und sieh, ob es deinen Brüdern gut geht und ob auch bei den Herden alles in Ordnung ist. Dann komm wieder und bring mir Nachricht!«
So schickte Jakob ihn aus dem Tal von Hebron nach Sichem.
15 Dort traf ihn ein Mann, wie er auf dem Feld umherirrte, und fragte ihn: »Was suchst du?«
16 »Ich suche meine Brüder«, sagte Josef, »kannst du mir sagen, wo sie ihre Herden weiden?«
17 Der Mann antwortete: »Sie sind nicht mehr hier. Ich hörte, wie sie sagten: ‘Wir wollen nach Dotan gehen!’«
Da ging Josef ihnen nach und fand sie in Dotan.
18 Die Brüder sahen Josef schon von weitem. Noch bevor er herangekommen war, stand ihr Entschluss fest, ihn umzubringen.
19 Sie sagten zueinander: »Da kommt der Kerl, dem seine Träume zu Kopf gestiegen sind!
20 Schlagen wir ihn doch tot und werfen ihn in die nächste Zisterne! Wir sagen einfach: Ein Raubtier hat ihn gefressen. Dann wird man schon sehen, was aus seinen Träumen wird!«
21 Als Ruben das hörte, wollte er Josef retten. »Lasst ihn am Leben!«, sagte er.
22 »Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne da drüben in der Steppe, aber vergreift euch nicht an ihm!« Er hatte die Absicht, Josef heimlich herauszuziehen und zu seinem Vater zurückzubringen.
23 Als Josef bei ihnen ankam, zogen sie ihm sein Obergewand aus, das Prachtgewand, das er anhatte.
24 Dann packten sie ihn und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es war kein Wasser darin.
25 Dann setzten sie sich zum Essen.
Auf einmal sahen sie eine Karawane von ismaëlitischen Kaufleuten aus der Richtung von Gilead herankommen. Die Ismaëliter waren auf dem Weg nach Ägypten; ihre Kamele waren mit den kostbaren Harzen Tragakant, Mastix und Ladanum beladen.
26 Da sagte Juda zu seinen Brüdern: »Was nützt es uns, wenn wir unseren Bruder umbringen? Wir werden nur schwere Blutschuld auf uns laden.
27 Lassen wir ihn leben und verkaufen ihn den Ismaëlitern; er ist doch unser Bruder, unser eigen Fleisch und Blut!«
Die anderen waren einverstanden.
28 Als die reisenden Kaufleute herankamen, zogen sie Josef aus der Zisterne. Sie verkauften ihn für 20 Silberstücke an die Ismaëliter, die ihn nach Ägypten mitnahmen.
29 Als nun Ruben wieder zur Zisterne kam, war Josef verschwunden. Entsetzt zerriss er seine Kleider,
30 ging zu seinen Brüdern und rief: »Der Junge ist nicht mehr da! Was mache ich nur? Wo bleibe ich jetzt?«
31 Die Brüder schlachteten einen Ziegenbock und tauchten Josefs Prachtgewand in das Blut.
32 Sie brachten das blutbefleckte Gewand zu ihrem Vater und sagten: »Das haben wir gefunden! Ist es vielleicht das Gewand deines Sohnes?«
33 Jakob erkannte es sogleich und schrie auf: »Mein Sohn! Es ist von meinem Sohn! Ein Raubtier hat ihn gefressen! Zerfleischt ist Josef, zerfleischt!«
34 Er zerriss seine Kleider, band den Sack um seine Hüften und betrauerte Josef lange Zeit.
35 Alle seine Söhne und Töchter kamen zu ihm, um ihn zu trösten, aber er wollte sich nicht trösten lassen. »Nein«, beharrte er, »voll Kummer und Gram gehe ich zu meinem Sohn in die Totenwelt hinunter!« So sehr hatte ihn der Verlust getroffen.
36 Die Kaufleute aber brachten Josef nach Ägypten und verkauften ihn dort an Potifar, einen Hofbeamten des Pharaos, den Befehlshaber der königlichen Leibwache.

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1. Mose 36

1 Hier ist die Liste der Nachkommen Esaus, der auch Edom heißt:
2 Esau hatte drei Frauen aus dem Land Kanaan geheiratet: die Hetiterin Ada, eine Tochter Elons, die Hiwiterin Oholibama, eine Tochter Anas und Enkelin Zibons,
3 sowie Basemat, eine Tochter Ismaëls und Schwester Nebajots.
4 Ada gebar Elifas, Basemat gebar Reguël,
5 und Oholibama gebar Jëusch, Jalam und Korach. Alle diese Söhne wurden Esau im Land Kanaan geboren.
6 Später zog Esau von seinem Bruder Jakob weg in ein anderes Land. Seine Frauen, seine Söhne und Töchter und alle seine Leute nahm er mit, ebenso seine Herden und seinen ganzen Besitz, den er im Land Kanaan erworben hatte.
7 Die beiden Brüder waren zu reich, um auf die Dauer zusammenbleiben zu können; es gab im Land nicht genügend Weide für ihre großen Viehherden.
8 Deshalb nahm Esau – das ist Edom – seinen Wohnsitz im Bergland Seïr.
9 Dies ist die Liste der Nachkommen Esaus, des Stammvaters der Edomiter, die auf dem Bergland Seïr leben:
10 Von seinen Frauen Ada und Basemat hatte Esau je einen Sohn: Elifas und Reguël.
11 Elifas wurde der Vater von Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas.
12 Seine Nebenfrau Timna gebar ihm außerdem noch Amalek. Diese alle stammen von Esaus Frau Ada ab.
13 Reguël wurde der Vater von Nahat, Serach, Schamma und Misa. Sie alle stammen von Esaus Frau Basemat ab.
14 Oholibama aber, die Tochter Anas und Enkelin Zibons, gebar Esau die Söhne Jëusch, Jalam und Korach.
15 Von Esau leiten sich die Stämme der Edomiter mit ihren Oberhäuptern her. Von Elifas, dem Erstgeborenen Esaus, stammen: Teman, Omar, Zefo, Kenas,
16 Gatam und Amalek. Sie alle gehen auf Esaus Frau Ada zurück.
17 Von Esaus zweitem Sohn Reguël stammen: Nahat, Serach, Schamma und Misa. Sie gehen auf Esaus Frau Basemat zurück.
18 Von Esaus Frau Oholibama, der Tochter Anas, stammen: Jëusch, Jalam und Korach.
19 Alle diese Stämme und ihre Oberhäupter sind Nachkommen Esaus. Sie bilden zusammen das Volk der Edomiter.
20-21 Die ursprünglichen Bewohner des Landes Edom sind Nachkommen des Horiters Seïr. Dessen Söhne waren: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, Dischon, Ezer und Dischan. Von ihnen leiten sich die Stämme der Horiter ab.
22 Der Stamm Lotan verzweigt sich in die Sippen Hori und Hemam; auch die Stadt Timna gehört zu diesem Stamm.
23 Der Stamm Schobal verzweigt sich in die Sippen Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und Onam.
24 Der Stamm Zibon verzweigt sich in die Sippen Aja und Ana. Ana war es, der in der Wüste eine Quelle fand, als er die Esel seines Vaters Zibon hütete.
25 Der Stamm Ana verzweigt sich in die Sippen Dischon und Oholibama. Oholibama war eine Tochter von Ana.
26 Der Stamm Dischon verzweigt sich in die Sippen Hemdan, Eschban, Jitran und Keran.
27 Der Stamm Ezer verzweigt sich in die Sippen Bilhan, Saawan und Akan.
28 Der Stamm Dischan verzweigt sich in die Sippen Uz und Aran.
29-30 Dies also sind die Stämme der Horiter im Land Seïr nach der Reihenfolge ihrer Stammväter: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, Dischon, Ezer, Dischan.
31 In der Zeit, bevor es in Israel einen König gab, herrschten über das Land Edom nacheinander die folgenden Könige:
32 Bela, der Sohn Beors, in der Stadt Dinhaba;
33 Jobab, der Sohn Serachs, aus der Stadt Bozra;
34 Huscham aus dem Gebiet des Stammes Teman;
35 Hadad, der Sohn Bedads, in der Stadt Awit; er besiegte die Midianiter in einer Schlacht auf dem Gebiet von Moab;
36 Samla aus der Stadt Masreka;
37 Schaul aus der Stadt Rehobot am Fluss;
38 Baal-Hanan, der Sohn Achbors;
39 Hadad in der Stadt Pagu; seine Frau Mehetabel war eine Tochter Matreds und Enkelin Me-Sahabs.
40 Dies sind die Oberhäupter der Nachkommen Esaus, die auch ihren Stämmen und Städten den Namen gegeben haben: Timna, Alwa, Jetet,
41 Oholibama, Ela, Pinon,
42 Kenas, Teman, Mibzar,
43 Magdiël und Iram. Dies sind die Stämme Edoms und ihre Wohnsitze in dem Land, das sie in Besitz genommen haben.
Dies ist die Nachkommenschaft Esaus, von dem die Edomiter abstammen.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 35

1 Gott sagte zu Jakob: »Zieh von hier weg und geh nach Bet-El! Bleib dort und baue mir einen Altar; denn dort bin ich dir erschienen, als du vor deinem Bruder Esau fliehen musstest.«
2 Da befahl Jakob seiner ganzen Familie samt den Sklaven und Sklavinnen: »Schafft alles fort, was mit fremden Göttern zu tun hat! Reinigt euch und zieht frische Kleider an!
3 Wir gehen miteinander nach Bet-El. Dort will ich einen Altar bauen für den Gott, der mich in der Not gehört hat und mir auf dem ganzen Weg zur Seite gestanden ist.«
4 Alle gaben Jakob ihre Götterfiguren und die Ohrringe, die sie als Amulette trugen, und er vergrub sie unter der großen Eiche bei Sichem.
5 Dann machten sie sich auf den Weg. Gott aber ließ über die Bewohner der umliegenden Städte einen solchen Schrecken kommen, dass sie es nicht wagten, sie zu verfolgen.
6 So kam Jakob mit allen seinen Leuten nach Lus im Land Kanaan, das auch Bet-El heißt.
7 Er baute dort einen Altar und nannte die Opferstätte El-Bet-El; denn hier war ihm Gott erschienen, als er vor seinem Bruder fliehen musste.
8 Damals starb Debora, die Amme Rebekkas. Sie begruben sie unter der Eiche bei Bet-El, die davon den Namen Klageeiche erhielt.
9 Als Jakob aus Mesopotamien zurückkehrte, erschien ihm Gott ein zweites Mal. Er segnete ihn
10 und sagte: »Du sollst von jetzt an nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel.« So gab er ihm den Namen Israel.
11 Weiter sagte Gott: »Ich bin der Gewaltige. Sei fruchtbar und vermehre dich! Deine Nachkommen sollen zu einem ganzen Volk, ja zu einem Verband von Völkern werden, und sogar Könige werden von dir abstammen.
12 Dir und deinen Nachkommen will ich das Land geben, das ich Abraham und Isaak zugesprochen habe.«
13 Als Gott zu Ende gesprochen hatte, fuhr er von dem Ort, an dem er mit Jakob geredet hatte, in den Himmel empor.
14 Jakob errichtete an dieser Stelle ein Steinmal, goss darüber Wein als Trankopfer aus und besprengte es mit Öl.
15 Er nannte den Ort, an dem Gott mit ihm gesprochen hatte, Bet-El (Haus Gottes).
16 Dann zog Jakob mit seiner Familie von Bet-El weiter. Als sie nur noch ein kleines Stück von Efrata entfernt waren, setzten bei Rahel die Wehen ein. Sie hatte eine sehr schwere Geburt.
17 Während sie sich unter großen Schmerzen abmühte, rief ihr die Hebamme zu: »Hab keine Angst! Du hast wieder einen Sohn!«
18 Aber Rahel spürte, dass es mit ihr zu Ende ging. Deshalb nannte sie das Kind Ben-Oni; aber sein Vater nannte es Benjamin.
19 Rahel starb, und Jakob begrub sie dort an der Straße nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt.
20 Er stellte auf ihrem Grab einen Denkstein auf; der steht dort noch heute als Grabmal Rahels.
21 Dann zog er weiter und schlug seine Zelte hinter Migdal-Eder auf.
22a Dort geschah es, dass Ruben einmal zu Bilha, der Nebenfrau seines Vaters, ging und mit ihr schlief. Als Jakob davon erfuhr, empfand er es als eine schwere Kränkung.
22b Jakob hatte zwölf Söhne.
23 Die Söhne, die Lea geboren hatte, waren: Ruben, der Erstgeborene, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon.
24 Die Söhne, die Rahel geboren hatte, waren: Josef und Benjamin.
25 Die Söhne von Bilha, der Dienerin Rahels, waren Dan und Naftali,
26 die von Silpa, der Dienerin Leas, waren Gad und Ascher.
Das sind die Söhne Jakobs, die ihm in Mesopotamien geboren wurden.
27 Zuletzt kam Jakob zu seinem Vater Isaak nach Mamre bei Kirjat-Arba, das jetzt Hebron heißt. Dort hatten Abraham und Isaak als Fremde in diesem Land gelebt.
28 Isaak wurde 180 Jahre alt.
29 Dann starb er, gesättigt von einem langen und erfüllten Leben, und wurde im Tod mit seinen Vorfahren vereint. Seine beiden Söhne Esau und Jakob begruben ihn.

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

1. Mose 34

1 Dina, die Tochter Leas und Jakobs, ging einmal aus dem Zeltlager, um Frauen der Landesbewohner zu besuchen.
2 Sichem, der Sohn des Hiwiters Hamor, des führenden Mannes der Gegend, sah sie, fiel über sie her und vergewaltigte sie.
3 Er hatte aber eine echte Zuneigung zu Dina gefasst; deshalb suchte er ihr Herz zu gewinnen.
4 Zu seinem Vater Hamor sagte er: »Sieh zu, dass ich dieses Mädchen zur Frau bekomme!«
5 Jakob hörte, dass seine Tochter Dina geschändet worden war; aber weil seine Söhne gerade draußen bei den Herden waren, unternahm er nichts und wartete ihre Rückkehr ab.
6 Sichems Vater kam zu Jakob, um mit ihm über die Sache zu reden.
7 Als die Söhne Jakobs heimkamen und davon erfuhren, waren sie tief verletzt und es packte sie der Zorn, weil Sichem die Tochter Jakobs vergewaltigt hatte. Das galt in Israel als Schandtat; so etwas durfte nicht geschehen!
8 Hamor aber redete ihnen zu und sagte:
»Mein Sohn Sichem liebt das Mädchen; gebt sie ihm doch zur Frau!
9 Warum sollen wir uns nicht miteinander verschwägern? Gebt uns eure Töchter, und heiratet ihr unsere Töchter!
10 Unser Gebiet steht euch zur Verfügung. Werdet hier bei uns ansässig und tauscht eure Erzeugnisse gegen die unseren. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch Grund und Boden erwerben.«
11 Sichem sagte zu Dinas Vater und zu ihren Brüdern: »Schlagt meine Bitte nicht ab! Ich will euch alles geben, was ihr verlangt.
12 Ihr könnt den Brautpreis und die Hochzeitsgabe für die Braut so hoch ansetzen, wie ihr wollt; ich zahle alles, wenn ich nur das Mädchen zur Frau bekomme.«
13 Die Söhne Jakobs gaben Sichem und seinem Vater Hamor eine hinterlistige Antwort, weil Sichem ihre Schwester Dina geschändet hatte.
14 Sie sagten: »Wir können unsere Schwester nicht einem unbeschnittenen Mann geben; das geht gegen unsere Ehre.
15 Wir werden auf eure Bitte nur eingehen, wenn ihr uns gleich werdet und alle männlichen Bewohner eurer Stadt sich beschneiden lassen.
16 Dann geben wir euch unsere Töchter, und wir können eure Töchter heiraten; dann wollen wir bei euch bleiben und mit euch zusammen ein einziges Volk bilden.
17 Wenn ihr darauf nicht eingeht, nehmen wir das Mädchen und ziehen weg.«
18 Hamor und sein Sohn Sichem fanden den Vorschlag gut.
19 Der junge Mann nahm die Angelegenheit sogleich in die Hand, denn er liebte das Mädchen, und alle in seiner Familie hörten auf ihn.
20 Hamor und Sichem gingen zum Versammlungsplatz am Tor und trugen die Sache den Männern ihrer Stadt vor.
Sie sagten:
21 »Diese Leute kommen in friedlicher Absicht zu uns; lassen wir sie doch bei uns wohnen und ihren Geschäften nachgehen. Es ist Platz genug für sie im Land. Wir wollen uns durch gegenseitige Heirat mit ihnen verbinden.
22 Sie sind bereit, bei uns zu bleiben und sich mit uns zu einem einzigen Volk zu vereinen. Nur eine Bedingung stellen sie: dass alle männlichen Bewohner unserer Stadt beschnitten werden, so wie es bei ihnen Brauch ist.
23 Wir wollen ihnen diese Bedingung erfüllen, dann werden sie unter uns wohnen und ihre Herden und ihr ganzer Besitz werden uns gehören!«
24 Die Männer der Stadt hörten auf die beiden, und alles, was männlich war, wurde beschnitten.
25 Am dritten Tag aber, als sie im Wundfieber lagen, nahmen Dinas Brüder Simeon und Levi ihre Schwerter, drangen in die unbewachte Stadt ein und töteten alle männlichen Bewohner.
26 Sie erschlugen auch Hamor und Sichem, holten ihre Schwester aus Sichems Haus und nahmen sie mit.
27 Dann raubten die Söhne Jakobs die Erschlagenen aus und plünderten die Stadt. So rächten sie sich dafür, dass Sichem ihre Schwester geschändet hatte.
28 Sie nahmen alle Schafe und Ziegen, Rinder, Esel und was sonst noch an Tieren in der Stadt und auf dem freien Feld war
29 und raubten alles, was sie in den Häusern fanden. Auch die Frauen und Kinder schleppten sie als Beute weg.
30 Jakob aber sagte zu Simeon und Levi: »Ihr habt mich ins Unglück gebracht! Die Bewohner des Landes, die Kanaaniter und die Perisiter, werden mich jetzt hassen wie einen Todfeind. Ich habe nur eine Hand voll Leute. Wenn sich alle gegen uns zusammentun, ist es um uns geschehen; sie bringen mich um mit meiner ganzen Familie!«
31 Aber die beiden erwiderten: »Wir konnten doch nicht hinnehmen, dass er unsere Schwester wie eine Hure behandelt hat!«

Gute Nachricht Bibel (Revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe, © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft)

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